Weniger ARD-Orchester?

von Redaktion

14 Bundesländer rufen zu einem gemeinsamen Konzept mit eventuellen Kürzungen auf

Die Länder sind weiter auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. 14 der 16 Bundesländer haben ARD und Deutschlandradio aufgefordert, sie sollen zu den Zukunftsperspektiven ihrer Klangkörper ein Konzept vorlegen. In einer Protokollerklärung zum Reformstaatsvertrag über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk steht, zu berücksichtigen sei, ob sich die Anzahl der Klangkörper reduzieren lasse. Hamburg und Niedersachsen tragen die Protokollerklärung nicht mit.

Die Klangkörper des öffentlich-rechtlichen Rundfunks seien „über Jahrzehnte gewachsene, herausragende Kultureinrichtungen“, teilte die Senatskanzlei Hamburg mit. Sie seien „aus der regionalen und lokalen Musik- und Kulturlandschaft nicht wegzudenken“. Außerdem würden sie „deutlich zur Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ beitragen. Mit den Klangkörpern setze man den „staatsvertraglichen Kultur- und Bildungsauftrag“ um.

Die ARD-Landesrundfunkanstalten betreiben 20 Klangkörper (Orchester, Chöre und Big Bands). Eine ARD-Sprecherin sagte, die Protokollerklärung werde noch geprüft. Der Reformstaatsvertrag wird derzeit in den Landtagen beraten.

Drei Klangkörper sind in München angesiedelt: das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Münchner Rundfunkorchester und der BR-Chor. Alle drei haben über die Jahrzehnte hinweg ein eigenes, unverwechselbares Profil entwickelt und können auf ein großes Publikum bauen. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hatte Ende September 2024 einen Sonderbericht vorgelegt, den die Bundesländer angefordert hatten. Darin hatte die Kommission unter anderem festgestellt, die Klangkörper der ARD-Rundfunkanstalten über GmbHs zu organisieren, könne die Wirtschaftlichkeit steigern. EPD/TH

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