Berq begeisterte seine Fans mit viel Gefühl und markanter Stimme. © Alexander Scharf
Er ist das Wunderkind des deutschen Pop: Berq, bürgerlich Felix Dautzenberg, zelebriert in seiner Musik hemmungslosen Schmerz in allen Facetten und er tut das so direkt und authentisch, dass ihm die Herzen der jungen, meist weiblichen Fans förmlich zufliegen. So auch an diesem Abend in der ausverkauften Musikarena des Tollwood-Festivals.
Als der Hamburger die Bühne betritt, kocht das Zelt sofort über. Von der ersten Zeile des Openers „Heimweg“ beweisen die Fans ihre Textsicherheit. Eigentlich bräuchte Berq gar nicht selbst zu singen, bei diesem lautstarken Publikum. Aber das wäre schade, schließlich ist seine Stimme ein ganz besonderes Instrument. Sie ist so markant, so voller Gefühl, dass er mit ihr sein Publikum völlig in seinen Bann zieht.
In seinen Texten tanzt Berq permanent am Abgrund: Schmerz, Wut, Wehmut, tiefe Traurigkeit. Die Stimmung beim Konzert ist trotzdem nicht deprimiert, sondern euphorisch. Das liegt auch an der spürbaren Nähe von Berq zu seinem Publikum. Er spricht viel, kümmert sich um hitzegeplagte Fans. Das Lied „Blauer Ballon“ singt er von einem Hochstuhl in der Mitte der Arena aus, über den Köpfen der Fans schwebend. Die geben viel Liebe zurück, überhäufen den Sänger mit Geschenken, sogar ein selbst gestrickter Blumenstrauß ist dabei.
Zur Zugabe holt sich Berq seinen Münchner Kollegen Ennio zu einem beeindruckenden Duett auf die Bühne. Nach einer knapp 80-minütigen emotionalen Achterbahnfahrt verlässt Berq das Tollwood-Zelt und seine überglücklichen Fans.MARC KNIEPKAMP