ALBUM

Der Meister im Alleingang

von Redaktion

An den Anfang aller seiner frühen Alben für das Riverside-Label hatte Thelonious Monk jeweils ein Stück gestellt, auf dem er alleine am Klavier sitzt. Diese Lieder hatten beiden Hörern besonderen Anklang gefunden – was also lag da näher, als eine ganze Platte nachzuschieben, auf der der Tasten-Magier nur solo zu Werke geht? „Thelonious himself“ aus dem Jahr 1957 – jetzt vorbildlich auf Vinyl neu aufgelegt –zeigt den großen Bilderstürmer recht verinnerlicht, er dampft Standards wie „April in Paris“ und „I should care“ auf die Essenz ein, verzichtet auf Mätzchen und dämpft den Anschlag seiner mitunter grobschlächtigen Klang-Batzen. Die sind bei ihm freilich das Salz in der Suppe, sodass man für die getragene Platte in einer gewissen Stimmung sein muss. Nur „Functional“ mit seinem Boogie-Fundament ist etwas verspielter – und beim letzten Song, seinem eigenen „Monk‘s Mood“, schalten sich Bassist Wilbur Ware sowie der junge John Coltrane am Saxofon zu und sorgen für willkommene Facetten.

Thelonious Monk:

„Thelonious himself“ (Riverside / Craft).


★★★★☆ Hörenswert

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