Undankbar. Hochnäsig. Blind vor Vorurteilen: Es fällt einem schwer, mit dieser Protagonistin warmzuwerden. Wie herablassend sie über ihre stets hilfreiche Freundin denkt, wie sie den immer einspringenden Quasi-Stiefvater ihrer kranken Tochter von oben herab behandelt – und das Mädchen selbst erst! Die alleinerziehende Wanda wohnt im 18. Stock eines Berliner Plattenbaus und träumt von Höherem: Sie will als Schauspielerin groß herauskommen. Wanda den potenziellen Erfolg nicht zu gönnen und den Roman „Achtzehnter Stock“ wutentbrannt wegzuschmeißen, tut man aber trotzdem nicht, denn viel spannender, weil ausgereifter, durchdachter und vielschichtiger sind die Nebencharaktere. Sie machen das Buch lebendig und dadurch lesenswert. Auch sprachlich kann man mitunter erfolgreich auf Perlensuche gehen. Kein Wunder, Autorin Sara Gmuer schreibt als Rapperin ihre eigenen Texte.AMA
Sara Gmuer:
„Achtzehnter Stock“. Hanserblau, 224 Seiten; 22 Euro.
★★★☆☆ Annehmbar