Stellte seinen neuen Film vor: das Ehepaar Andrea Sawatzki und Christian Berkel.
Zwei tolle Schauspielerinnen: Lisa Maria Potthoff (li.) und Brigitte Hobmeier.
Stolze Preisträgerinnen: die Filme „Karla“ und „Sechswochenamt“ gewannen in je zwei Kategorien den Förderpreis Neues Deutsches Kino. © Filmfest München (3),
Das Wetter war – wieder einmal – ein Traum. München ist in der Filmfest-Woche einfach auf Sommer gepolt, das war in den vergangenen Jahren so und das wird hoffentlich auch so bleiben. Das beliebteste Accessoire bei den vielen Premieren und Veranstaltungen in der ganzen Stadt war denn auch der Fächer, mit dem man sich ein bisschen frischen Wind ins Gesicht wedeln konnte. Abgesehen davon: Es war ein tolles Filmfest, mit hoher Qualität. Am Sonntag ging es zu Ende, wir fassen das Wichtigste zusammen:
Die Stars
Der Auftritt von Gillian Anderson war sicher eines der Highlights. Die US-Amerikanerin wurde für ihr Lebenswerk mit dem CineMerit Award ausgezeichnet, schrieb vor der Gala im Deutschen Theater Autogramme, machte Selfies und wurde anschließend für ihren Preis und ihren neuen Film „Der Salzpfad“ ordentlich gefeiert. Ansonsten waren deutsche Kino- und TV-Stars präsent: Matthias Schweighöfer, Helge Schneider, Albrecht Schuch, Paula Beer, Moritz Bleibtreu, Andrea Sawatzki, Christian Berkel, Veronica Ferres und viele viele mehr gaben sich die Ehre. Eine Liste, die sich sehen lassen kann.
Die Auszeichnungen
Am Freitagabend ist der mit insgesamt 70 000 Euro dotierte Förderpreis Neues Deutsches Kino 2025 in vier Kategorien vergeben worden. Der Film „Karla“, eine BR-Koproduktion, überzeugte in zwei Kategorien: Christina Tournatzés erhielt den Hauptpreis in der Kategorie Regie, auch das Drehbuch von Yvonne Jasmin Görlach wurde ausgezeichnet. Der Film „Sechswochenamt“ wurde ebenfalls zweifach geehrt: Jacqueline Jansen in der Kategorie Produzentische Leistung und Magdalena Laubisch in der Kategorie Schauspiel.
Bereits am Mittwoch hatte die britische Regisseurin Nadia Fall für ihr Drama „Brides“ den Fritz-Gerlich-Preis gewonnen. Der Film erzählt die Geschichte zweier junger Musliminnen, die im Jahr 2015 aus Großbritannien in die Türkei reisen. Von dort wollen sie nach Syrien, um sich dem „Islamischen Staat“ anzuschließen. Harter Stoff, hervorragend umgesetzt.
Als bester TV-Film wurde heuer wie berichtet „Die Nichte des Polizisten“ mit dem Bernd-Burgemeister-Fernsehpreis ausgezeichnet. Der Thriller ist angelehnt an den Mord an der jungen Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn im Jahre 2007. „Oktoberfest 1905“ durfte sich über die Auszeichnung als beste TV-Serie freuen. Überhaupt war die TV-Reihe des Filmfests in diesem Jahr erneut sehr stark. Relevante Themen, starke Schauspieler, überzeugende Inszenierungen. Kurzum: top!
Die Zahlen
Mehr als 91 000 Besuche verzeichnete das Festival in diesem Jahr – bei rund 600 Filmvorführungen und Veranstaltungen. Erstmals seien rund 16 000 Teilnehmende aus der Filmbranche bei Netzwerkveranstaltungen offiziell mitgezählt worden. Das Festival sieht sich damit erneut als zentrale Plattform deutscher Filmschaffenden, heißt es. Das Publikum habe sich offen und diskussionsfreudig gezeigt.
Das sagen die Macher
Das Leitungsduo Julia Weigl und Christoph Gröner kann nicht nur wegen der Zahlen mehr als zufrieden sein. Schon zur Halbzeit hatten die beiden positive Bilanz gezogen: „Wir sind überwältigt von der Begeisterung, mit der das Publikum das Festival und die Filme feiert. Die Atmosphäre in den Kinos ist elektrisierend“, sagten sie. Zum Abschluss sprachen sie von einer „herausragenden Festivalwoche“ mit großer Neugier für Film.STEFANIE THYSSEN