Eine „Holocaust-Komödie“ scheint eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Vermutlich hätte sich David Safier auch niemals an dieses heikle Thema herangetraut, wenn er nicht eine sensationelle Entdeckung gemacht hätte. Er gelangte nämlich in den Besitz des einzigen von Juden im Holocaust geschriebenen Theaterstücks, das überliefert ist. Die Komödie heißt „Die Liebe sucht ein Zimmer“ und wurde 1942 im Warschauer Ghetto gespielt – mit jüdischen Schauspielern für ein jüdisches Publikum. Nun hat Safier aus dem Theaterstück von Jerzy Jurandot einen Roman verfasst. Im Mittelpunkt stehen die junge Schauspielerin Sara und zwei Männer, zwischen denen sie sich entscheiden muss. Anhand einer dramatischen Geschichte transportiert Safier seine eigentliche Botschaft, nämlich dass es auch in den dunkelsten Stunden des Holocaust gelang, Freude zu bereiten. Ein einmaliges, extrem ungewöhnliches Dokument des Überlebens.SIP
David Safier:
„Die Liebe sucht ein Zimmer“. Kindler, 330 Seiten; 24 Euro
★★★★★ Hervorragend