Alles läuft auf die „Champagner-Arie“ zu und damit auf seine aktuelle Festspielpartie: André Schuen ist der Don Giovanni in Aix-en-Provence. Der Gesang passt: viril, kernig, mit natürlicher Präsenz und trotzdem großer Flexibilität. Der Bariton hat sich gemausert vom bloßen Besitzer einer imponierenden Stimme zum Gestalter. Seine Lied-Erfahrung schlägt sich hier nieder, auf „Mozart“ gibt es folglich auch Stücke mit Klavierbegleitung. Die Zusammenstellung ist mehr eine Anhäufung, die durch Werke und Zeiten springt, kaum schlüssige Dramaturgie. Pizza mit allem quasi. Wer ein Auge zudrückt (nicht das Ohr!), hört einen Sänger mit Stilbewusstsein, rhetorischer Eloquenz und ausnehmend schönem Timbre. Schuen wirft sich nicht in seine Partien, was vor allem den komischen Nummern zugutekommt, die ohne Chargieren auskommen. Roberto González-Monjas und das Mozarteumorchester liefern die musikantische Grundierung ohne Widerhaken.TH
„Mozart“.
André Schuen, Daniel Heide, Mozarteumorchester, Daniel Heide, Roberto González-Monjas (Deutsche Grammophon).
★★★★☆ Hörenswert