Schon im Mai beim diesjährigen Festival in Cannes begeisterte das deutsche Kino: Eine der wichtigsten Auszeichnungen ging an den Spielfilm „In die Sonne schauen“ von Regisseurin Mascha Schilinski. Der große Erfolg könnte sich im August beim 78. Filmfestival von Locarno mit weiteren Preisen fortsetzen. In diesem Jahr konkurrieren gleich fünf deutsche oder mit deutschem Engagement entstandene Beiträge um den Goldenen Leoparden, den Hauptpreis des Festivals.
Es ist allein schon bemerkenswert, dass fast ein Drittel der 17 im internationalen Wettbewerb gezeigten Filme aus Deutschland kommt oder von deutschen Produzenten mitrealisiert wurde. Hoffen kann beispielsweise Regisseur Julian Radlmaier („Blutsauger“) mit seinem Spielfilm „Sehnsucht in Sangerhausen“. Neben seinem allein von deutschen Produzenten realisierten Drama um eine ungewöhnliche Frauenfreundschaft laufen im Wettbewerb vier internationale Koproduktionen mit deutscher Beteiligung.
Das 78. Internationale Filmfestival findet vom 6. bis 16. August in Locarno, dem bekannten Schweizer Urlaubsort am Lago Maggiore, statt. Das Festival zeigt in verschiedenen Sektionen und Wettbewerben 221 Kurz-, Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilme. 22 davon wurden von deutschen Produzenten allein oder in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern finanziert. Die Besonderheit sind abendliche Freiluft-Aufführungen von Filmen außerhalb des Wettbewerbs auf dem alten Marktplatz des Ortes. Bei einer solchen Veranstaltung zeigt in diesem Jahr zum Beispiel der deutsche Regisseur André Hörwald („Nachtwald“) seinen neuen Spielfilm „Cowboy“).
Zur Vorstellung des diesjährigen Programms am gestrigen Dienstag in Zürich charakterisierte Festivalpräsidentin Maja Hoffmann die Festspiele von Locarno als „Leuchtturm für unabhängiges Denken und filmisches Experimentieren“. Giona A. Nazzaro, der künstlerische Leiter, betonte die Bedeutung der Filmkunst „zu einer Zeit, in der die Welt gewaltsam durchgeschüttelt wird“. Der Goldene Leopard und die anderen Preise werden am Abend des 16. August während einer Gala unterm Sternenzelt vergeben.DPA