ALBUM

Französische Entdeckung

von Redaktion

36 Lebensjahre, mehr waren Gabriel Dupont nicht vergönnt. 1914 starb der französische Komponist an Tuberkulose, nur wenige Tage nach Beginn des Ersten Weltkriegs. Ein bezeichnendes Datum: Während eine neue dunkle Zeit heraufzog, blieb Dupont einer der letzten seiner Zunft, der zurückblickte. Eine besondere, impressionistisch erfühlte Spielart der musikalischen Romantik ist das, die sich in zwei Klavierzyklen, vier Opern, Orgelwerken und Liedern niederschlug. Cyrille Dubois, einer der zurzeit neugierigsten Tenöre, hat nun sämtliche Lieder eingespielt. Keine hemdaufreißenden Verlautbarungen sind dies, sondern intime, feingliedrige, atmosphärisch dichte Stücke, die manchmal ganz alltägliche Situationen aufgreifen. Die Natürlichkeit und Flexibilität, mit der Dubois singt, die Finesse, die subtilen Nuancen, die in jeder Lage leicht ansprechende Stimme, all das ist großartig. Auch, welche musikalische Symbiose er mit Pianist Tristan Raes dabei eingeht. Was für eine Entdeckung.TH

Gabriel Dupont:

Sämtliche Lieder. Cyrille Dubois, Tristan Raes (Aparte).


★★★★★ Hervorragend

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