Dieses junge Berliner Quartett mit dem wundersamen Namen könnte sich auch treffend Complexities on Earth nennen. Die Instrumentierung – zwei Tenorsaxofone, Kontrabass, Schlagzeug – könnte vielleicht klangliche Monokultur befürchten lassen, doch nichts da: Über eine Stunde holt dieser Vierer immer wieder neue Aspekte aus seiner Grundkonstellation, was auch daran liegt, dass jeder der vier Musiker mehr als eine Komposition zum Repertoire beigesteuert hat und sich so die Gewichte innerhalb der Band immer wieder reizvoll verschieben. Die Saxofonisten Christopher Kunz und Max Hirth harmonieren prächtig, reiben sich aber auch aneinander, wo dies dem Spannungsaufbau dient. Bassist Stephan Deller und Schlagzeuger Tom Friedrich treiben pulsierend und swingend an, können aber auch abstrakte Klangflächen interessant gestalten. Der Wechsel der Gangarten – mal dynamisch attackierend, mal bedächtig einen raffiniert abgesteckten Parcours ausschreitend – hält die Spannung hoch.RUN
Perplexities on Mars:
„Forever Home” (Boomslang Records).
★★★★☆ Hörenswert