Gab einen Zwischenbericht: Markus Blume © L. Asendorpf
Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, mangelnde Sorgfalt des Aufsichtspersonals der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen beim Umgang mit Kunstwerken – Vorwürfe, die in diesem Frühjahr für Schlagzeilen sorgten. Und die jetzt durch das Kunstministerium bestätigt wurden. Das geht aus einem Zwischenbericht von Kunstminister Markus Blume (CSU) zu internen Untersuchungen hervor. „Straf- oder disziplinarrechtlich relevante Verfehlungen können bislang nicht festgestellt werden“, heißt es in dem Schreiben an den Bayerischen Landtag. Zu den Staatsgemäldesammlungen gehören Museen in ganz Bayern, darunter die Pinakotheken in München.
Blume sieht allerdings Reformbedarf und spricht von „innerorganisatorischen Defiziten“, denen mit einem umfassenden Maßnahmenpaket begegnet werde. Die Missstände waren Mitte Februar bekannt geworden. Dabei ging es zunächst vor allem um den Umgang der Sammlung mit möglicher Raubkunst, also Werken, die jüdischen Eigentümern im Nationalsozialismus weggenommen oder unter Zwang abgepresst wurden. Die Prüfung solcher Verdachtsfälle wurde als intransparent und schleppend kritisiert, sogar von Vertuschung war die Rede. Blume kündigte daraufhin an, man werde alles tun, um das Vertrauen wiederherzustellen.
Anfang April musste der langjährige Generaldirektor Bernhard Maaz gehen, Interimschef wurde Anton Biebl, ehemals Münchner Kulturreferent. Der Zwischenbericht listet nun Details auf, auch zu Aufsichten, denen unangemessenes Verhalten vorgeworfen wurde, darunter Rassismus. Sie arbeiteten demnach für externe Sicherheitsdienste und wurden nach Bekanntwerden der Vorwürfe nicht mehr eingesetzt. Die Zahl der Beschwerden habe sich verringert.
Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdung von Kunstwerken durch unsachgemäße Lagerung oder Behandlung ergeben die Untersuchungen Blume zufolge nicht. Soweit feststellbar, seien keine Exponate aus Depots oder Ausstellungsräumen beschädigt worden oder verloren gegangen.CORDULA DIECKMANN