UNSERE KURZKRITIKEN

Ungleiche Freundinnen

von Redaktion

Für manche scheinen die Beobachtungen von Maren belanglos. Doch für die 13-Jährige bedeuten sie die Welt. Und sie erklären langsam und präzise die aufkeimende Freundschaft zu der gleichaltrigen Inga. Diese kommt aus reichem Hause, hat einen Pool daheim und ihre Mutter wohl viel Zeit. Maren hat das alles nicht, und trotzdem entwickelt sich eine lebenslange Beziehung, die aber im Laufe des Erwachsenwerdens unangenehme Züge zeigt und sogar zu kippen droht. Denn schleichend weicht diese einstige Leichtigkeit der unerbittlichen Macht des Geldes. Genauso leise, leicht und trotzdem mit vielen Speerspitzen gegen die Gesellschaft, ihre sozialen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten erzählt Katharina Hartwell das Leben der beiden Protagonistinnen. Die Genauigkeit, die aufmerksamen Beobachtungen und ihre angedeuteten Schlussfolgerungen lassen den Roman brutal werden. Brutal, aber gut. AMA

Katharina Hartwell:

„Große Lieben“. Berlin Verlag, 368 Seiten; 24 Euro.


★★★★★ Hervorragend

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