Kunst zur Katastrophe

von Redaktion

Ausstellung in Garmisch über Atombombenabwürfe und ihre Vorbereitung

„Happy Birthday, Mr. President“ von Elisabeth Endres. © Museum Werdenfels

Der Atompilz über Hiroshima. © Dana / dpa

Vor genau 80 Jahren, am 6. August 1945, um 8.16 Uhr und zwei Sekunden, machte eine einzige Waffe das japanische Hiroshima dem Erdboden gleich. Der Abwurf der ersten Atombombe durch die USA leitete das Ende des Zweiten Weltkriegs ein, war jedoch ein verheerender Akt ohnegleichen, ein Sündenfall, dessen Schrecken – die potenzielle Vernichtung der Menschheit – bis heute nachwirken. Das Museum Werdenfels gedenkt nun bis 7. September der Bombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 9. August.

In einer Sonderausstellung sind Gemälde der Oberammergauer Malerin Elisabeth Endres (1942–2011) zu sehen. Außerdem zeugt das Museum den Dokumentarfilm „Los Alamos und die Erben der Bombe“ aus dem Jahr 2003. Der mit Endres befreundete Regisseur und Journalist Claus Biegert setzt sich mit dem Ort auseinander, an dem Robert Oppenheimer unter dem Codenamen „Trinity“ („Dreifaltigkeit“) die todbringende Waffe am 16. Juli 1945 testete. Bis heute liegt über Los Alamos in den Bergen New Mexicos noch die Glocke militärischer Geheimhaltung, haben Atomwaffen und ihre Instandhaltung – Stockpile Stewardship genannt – Priorität. „Los Alamos und die Erben der Bombe“ kann im Filmraum zu den Öffnungszeiten des Museums jederzeit angeschaut werden.

Malerin Endres lebte abwechselnd in Nordamerika und München; sie kehrte 2004 an ihren Heimatort Oberammergau zurück. Sie setzte sich in ihren Werken immer wieder mit der Bedrohung der menschlichen Existenz durch moderne Technologien auseinander. So entstand auch eine Serie von Bildern, die sich mit der Entwicklung der Bombe in Los Alamos befasst. Ihre technisch perfekten Gemälde und Zeichnungen zeigen Bezüge zur Bilderwelt der amerikanischen Popart. In ihrem Werk zitiert sie vertraute Motive: Blumen, Frauen, Tiere, Autos – immens stilisiert und zugleich durch Reihungen, Spiegelungen und Verzerrungen gebrochen.JOHANNES LÖHR

Das Museum Werdenfels

ist dienstags bis sonntags, 10 bis 17 Uhr, geöffnet.

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