Die Kinks taten es gegen Ende der Siebziger ihren Kollegen gleich und traten als Rock-Urgesteine in großen Arenen auf. Das spiegelte sich auch auf LPs wie „Sleepwalker“, „Misfits“ und „Low Budget“ wider, die knackige Songs enthielten (das neue Label Arista hatte sich sämtliche Rockoper-Ambitionen verbeten). In den Achtzigern verlotterte die Karriere der Briten ein wenig – obwohl Songs wie der Calypso „Come dancing“ auf MTV gepusht wurden. Das perfekte Argument also für eine Zusammenstellung aus dieser Zeit – und genau das ist „The Journey, Part 3“, der dritte Teil der großen Kinks-Anthologie. Ein famoses Kondensat aus einer vergleichsweise zurecht vergessenen Epoche. „A Rock’n’Roll Fantasy“ ist eine Hymne an den Eskapismus, „Around the Dial“ fast Punk, „(Wish I could fly like) Superman” New-Wave-Disco. Als Zugabe gibt es ein Konzert von 1993 aus der Royal Albert Hall, bei dem die Kinks den Brit-Pop-Epigonen zeigen, wo der Hammer hängt.LÖ
The Kinks:
„The Journey, Part 3“ (BMG).
★★★★☆ Hörenswert