Nach „Gremlins“ gab es für ihn keine großen Erfolge mehr: Schauspieler Zach Galligan. © imago stock
Das ist kein Spaß: Wer die Mogwais nicht richtig pflegt, bekommt es mit den Gremlins zu tun. © imago stock
Ist der süß: Doch wer bei Gizmo (hier mit Zach Galligan und Phoebe Cates) die Regeln missachtet, ruft die Gremlins auf den Plan. Die beiden Filme kamen 1984 und 1990 in die Kinos. © imago stock
Es sind drei simple Regeln – und wer in den Achtzigern im Kino war, kannte sie natürlich. Die drei Regeln lauten: keine Sonne, keine Nässe und keinesfalls Essen nach Mitternacht. Wer dies befolgt, hat viel Freude mit seinem Mogwai, einem kleinen flauschigen Wesen mit Knopfaugen. Die chinesische Mythologie kennt Mogwais – jener, den Billy Peltzer im Film geschenkt bekommt, heißt Gizmo. Wie zu befürchten, verbockt Billy das mit den Regeln, und Gizmo gebiert Gremlins. Kleine Monster, großer Schaden.
„Gremlins“ kam 1984 in die Kinos und begründete das Genre der Horrorkomödien in Hollywood. Chris Columbus schrieb damals das Drehbuch, später sollte er etwa „Harry Potter“ und „Percy Jackson“ verfilmen; auf dem Regiestuhl nahm Joe Dante Platz und Zach Galligan spielte Billy. Die beiden Letztgenannten brachten 1990 auch „Gremlins 2“ auf die Leinwand.
Das ist 35 Jahre her – und seit damals wird in schöner Regelmäßigkeit über einen dritten Teil spekuliert. Nun hat Galligan vor wenigen Wochen nicht nur geheiratet. Der 61-Jährige, dem nach „Gremlins“ die große Schauspielkarriere verwehrt blieb, ist mit seiner Braut auch in die Flitterwochen nach Irland gereist. Auf dem Weg dorthin hat er auf der Comic-Messe in Manchester Station gemacht und nochmals ordentlich die Gerüchteküche angeheizt. „Nach 35 Jahren haben sie endlich ein Drehbuch“, zitieren ihn diverse Medien zu einer „Gremlins“-Fortsetzung. „Warner Bros. ist offenbar sehr daran interessiert, es zu realisieren. Anscheinend wartet man nur noch darauf, dass Mr. Spielberg es liest und genehmigt.“ Dazu muss man wissen, dass Spielberg als Produzent maßgeblich am Erfolg der Filme von 1984 und 1990 beteiligt war. Ohne das „Go“ des 78-Jährigen bleibt das neue Skript in der Schublade.
Bereits vor seiner Abreise aus den USA hatte Schauspieler Galligan auf seinen SocialMedia-Kanälen über „Gremlins 3“ gesprochen. In dem Filmchen nennt er einen sehr plausiblen Grund dafür, dass Warner Bros. den Stoff nun wieder attraktiv findet: der Erfolg von „Beetlejuice Beetlejuice“. Tim Burtons Fortsetzung seiner Horrorkomödie von 1988 mit Michael Keaton in der Titelrolle spielte im vergangenen Herbst weltweit mehr als 452 Millionen US-Dollar ein. Gekostet hatte der Spaß 99 Millionen US-Dollar. Übrigens auch, weil der Regisseur und einige aus dem Ensemble, etwa Keaton, Jenna Ortega und Winona Ryder, auf Teile ihrer Gage verzichtet haben. Sie wollten den Film unbedingt auf die Leinwand bringen. Offenbar hatte Warner gedroht, die Fortsetzung nur als Stream zu veröffentlichen, wenn die Produktionskosten (veranschlagt waren 147 Millionen US-Dollar) nicht nach unten korrigiert werden.
Warum also sollte sich der Erfolg, den Beetlejuice, jener minimal verweste Poltergeist mit der maximal großen Klappe, für das Studio eingefahren hat, nicht mit einem flauschigen Mogwai wiederholen lassen? Das Publikum von damals hat die drei Regeln nach 35 Jahren jedenfalls nicht vergessen. MICHAEL SCHLEICHER