URAUFFÜHRUNG

Im Rhythmus der Feldarbeit

von Redaktion

„field work“ bei der Tanzwerkstatt Europa

Einen anderen Blick auf die Landwirtschaft wirft Choreografin Hannah Schillinger in „field work“. © Vito Walter

Erstmals eine Uraufführung im Programm der Münchner Tanzwerkstatt Europa (TWE)! Hannah Schillinger, die ihr Studium an der hiesigen Iwanson International School begann und es in Amsterdam und Berlin fachlich vertiefte, kreierte „field work“. Ihr Anspruch: die Verbindungen zwischen landwirtschaftlicher Arbeit und performativer Praxis zu erkunden. Heißt: „körperliche Arbeit, Rhythmus, Ritual, Kooperation“. De facto ist das eine knifflige Unternehmung, gewürdigt im HochX mit anhaltendem Applaus.

Schillinger mit Performer und Co-Choreograf Aaron Lang, in feinen Trachten samt Kopftuch (Bühne/Kostüm: L. C. Schmitt), gehen in den Raum: zunächst mit Gesten bäuerlicher Feldarbeit wie Erde umgraben, mimisch angedeutetem Säen. Dann zunehmend mit rhythmisch schwingenden Armen, mit wiederholten tiefen Beugungen und Torso-Wendungen, mit spielerischer Hantierung von riesigen Heugabeln und Wasser-Sprühgerät. Bewundernswert die kleinen gestischen Variationen. Erkennbar schließlich der allmähliche Übergang von der angedeuteten Landarbeit zum künstlerischen Ausdruck. Sich Zeit zu lassen mit wiederholten Aktionen ist hier Programm.

Dann der finale Übergang von der dargestellten Fron zur Feier mit einer tänzerischen Entladung. Das Paar, des Arbeitskostüms nun entledigt, wirft sich „oben ohne“ in einen mit wirbelnden Drehungen den ganzen Raum einnehmenden ausgelassenen Tanz.

Ein paar Anmerkungen doch noch: Die gesprochenen Texte vom Band, weil von Musik unterlegt, waren nur schlecht verständlich. Und die sehr hoch oben erscheinende deutsche Übersetzung sollte größer und mit mehr Beleuchtung besser lesbar sein. Solche Kleinigkeiten sind ja leicht zu korrigieren.MALVE GRADINGER

Das Festival

läuft bis 15. August; weitere Informationen und Tickets unter www.jointadventures.net.

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