„Sehr glücklich über das Endergebnis“: „Bully“ Herbig. © dpa
Es herrscht mal wieder „Bully“-Fieber: In 766 Kinos in Deutschland startet an diesem Donnerstag „Das Kanu des Manitu“, der neue Streich von Michael „Bully“ Herbig (Kritik siehe oben). 24 Jahre hat es gedauert, ehe sein Mega-Hit „Der Schuh des Manitu“ eine Fortsetzung fand. Erstaunlich, immerhin ist der erste Teil von 2001 mit über 11,7 Millionen Zuschauern nach wie vor der erfolgreichste deutsche Kinofilm aller Zeiten. Nur als Ergänzung: Platz 2 belegt seit 2004 Herbigs „Star Trek“-Parodie „(T)Raumschiff Surprise“ mit über neun Millionen Besuchern.
Angesichts solcher Zahlen ist es wenig verwunderlich, dass nach der Münchner Pressevorführung eine Pressekonferenz anberaumt wird, bei der die Stars des „Kanu“ vollständig anwesend sind. Neben Herbig sind das Christian Tramitz, der erneut den Ranger spielt, und Rick Kavanian. Zu dritt schrieben sie auch das Drehbuch. Außerdem sind Friedrich Mücke, als Sheriff „konsequent im Tarantino-Modus“, und Jessica Schwarz gekommen, Jasmin Schwiers, Sky du Mont, der mit diesem Auftritt als Santa Maria offiziell seine Filmkarriere beendet: „Ein würdiger Abgang, würde ich sagen.“
Jasmin Schwiers, als Rangers Tochter Mary eine der Neuen im „Bullyversum“, erzählt von ihrem großen Respekt davor, sich „mit dieser Figur einzuparken“ in ein bestehendes Ensemble. „Bully hat ein schönes Gespür für das Bouquet, dafür, dass jede Figur ihre eigene Farbe und Temperatur mitbringen darf“. Jessica Schwarz hatte an ihrem Part als Ganovenchefin große Freude, „weil ich im normalen Leben gar kein Boss bin“. Vor 24 Jahren, erinnert sich Herbig, wäre Schwarz bereits am Set von „Der Schuh des Manitu“ dabei gewesen. Damals berichtete sie für Viva.
Stolz sei er nicht auf seinen neuen Film, sagt Herbig. „Stolz bin ich auf meinen Sohn. Aber ich bin sehr glücklich über das Endergebnis und hatte Gänsehaut am Abend der Premiere. Wir haben diesen Film fürs Publikum gemacht. Für Menschen, die einfach mal zwei Stunden abschalten wollen, die den Wahnsinn draußen lassen wollen.“
Letztlich geht es in „Das Kanu des Manitu“ um Humanität, um Toleranz und Gleichberechtigung. Trotzdem betont Herbig: „Ich bin kein politischer Filmemacher. Ich habe keine Botschaften eingebaut. Das hat sich alles ganz gesund ergeben.“ Die „Winnetou“-Filme aus den Sechzigern heute zu parodieren wie 2001, „das geht einfach nicht mehr“, weiß er. „Was dann in den Szenen mit den Natives am Schluss daraus wurde, war schon beim Drehen in Santa Fe magisch. Ich finde es schön, wenn diese emotionale Kurve auch bei den Zuschauern ankommt.“ Generell findet Herbig, „die Leute sollten endlich mal wieder Spaß haben. Wenn der Film dazu beiträgt, haben wir schon viel erreicht.“ULRIKE FRICK