UNSERE KURZKRITIKEN

Kunst und Gesellschaft

von Redaktion

Es ist eine Neuauflage der Pariser Schau von 1905, und doch soll 2025 und 2026 in Bremen, Berlin und Nogent-sur-Seine mehr gezeigt werden als „nur“ die Werke der französischen Bildhauerin Camille Claudel (1864-1943) und ihres deutschen Kollegen Bernhard Hoetger (1874-1949): Es geht um die Loslösung von der mächtigen Überfigur Auguste Rodin, um die Diskrepanz der Geschlechter und um die Frage der Nationalität Hoetgers. Denn gerade deutsche Kunst galt nach 1900 als rückständig, französische als maßgeblich. Diese gesellschaftspolitischen Begebenheiten und die damit einhergehenden Probleme sind in diesem Buch zur Ausstellung sehr informativ dargestellt. Ebenso wie Claudels viel zu kurze Arbeits- und Wirkphase aufgrund ihrer Krankheit sowie ihre schwierige Liebe zu Rodin. Entstanden ist so ein umfassendes Gesellschaftsporträt, das mit unglaublich guten Abbildungen der Skulpturen besticht.AMA

Yvette Deseyve:

„Camille Claudel und Bernhard Hoetger“.
Hirmer, 176 Seiten; 29,90 Euro.


★★★★★ Hervorragend

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