Münchens Alien ist zurück

von Redaktion

Die Werke des Streetart-Künstlers Invader sind wieder da

Das Alien an der Wittelsbacherbrücke ist seit wenigen Tagen zurück. Die Invader-Arbeit wurde im vergangenen August geraubt. © Michael Schleicher

Repariert: der Misfits-Skull an der Donnersbergerbrücke.

Er arbeitet in Wellen. In München genügte Invader vor zwei Jahren eine einzige. Danach hatte der französische Streetart-Künstler, der wie sein Spezl Banksy anonym bleibt, 18 Arbeiten im Stil alter Computergrafiken in der Stadt angebracht. Am Lindwurmstüberl etwa schnappt seitdem ein gelber Pac-Man, Figur des legendären Videospiels aus den Achtzigern, nach einer Halben Bier. Auf einem Standl am Viktualienmarkt leuchtet ein Mosaik mit Brezn und Apfel. Die Werke sind eine Attraktion – bei Einheimischen und Touristen. Sie sind es auch deshalb, weil der Franzose über geschicktes Spiel in den Sozialen Netzwerken das Interesse anheizt. „Flashinvaders“ heißt seine App, mit der er Fans zum Kunst-Suchen animiert. Die Mosaike an Hauswänden sind illegal – doch hat die Stadt rasch ihren Wert erkannt und im Kulturausschuss deren „bestmöglichen Erhalt“ beschlossen.

Gut ein Jahr lang war das Alien verschwunden

Das freilich ist schwierig bei Kunst im öffentlichen Raum. Vor allem bei Kunst, die hoch gehandelt wird. Ein Werk, das Invader extra für den Verkauf geschaffen hat, ging bei einer Auktion für mehr als eine Million Euro weg. Das weckt Begehrlichkeiten. Im vergangenen Sommer wurde das schwarz-weiße Alien geklaut, das der Pariser Künstler auf der Wittelsbacherbrücke (quasi vis-à-vis vom Reiterstandbild des Namenspatrons) angebracht hatte. Ein Jahr lang erinnerten nur Klebereste auf dem Stein an die Kunst-Invasion aus Frankreich. Bis vor wenigen Tagen. Die kleine Figur, die mit ihren erhobenen Händen wie ein Herz aussieht, ist unversehrt zurück an Ort und Stelle. Unklar ist allerdings, ob sich der Künstler selbst oder (wahrscheinlicher) sein Team darum gekümmert haben. Kein Hinweis bislang aus Paris in Sachen Rückkehr des Aliens nach München.

Derweil gibt es auch im Westen Neues: An einen Pfeiler der Donnersbergerbrücke hatte Invader 2023 einen „Misfits Skull“ geklebt. Seit Anfang des Jahres fehlte ein Teil des Schädels. Raubversuch oder Materialermüdung? Schwer zu sagen. Seit Kurzem jedoch ist er repariert und blickt wieder aus hohlen Augen in den Verkehr. Hier ist derzeit ebenfalls offen, wer sich um dieses Facelifting gekümmert hat. Der Franzose selbst bemüht sich, seine Arbeiten vor Diebstahl zu schützen. Um die Pixel in den 8-Bit-Grafiken der ersten Video- und Computerspiele darzustellen, verwendet er kleine quadratische Fliesen für seine Mosaike. Diese sind zwar wetterfest, aber aus einem dünnen Material, das rasch zerbricht. Mauerspechte sollen sich nicht bereichern an der Kunst, die für alle da sein soll. MICHAEL SCHLEICHER

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