Von Cannes nach Hollywood

von Redaktion

Mascha Schilinskis „In die Sonne schauen“ ist Deutschlands Oscar-Kandidat

Die Filmemacherin Mascha Schilinski. © Stefanie Rex/dpa

Für Deutschland auf Oscar-Kurs: Lena Urzendowsky als Angelika in „In die Sonne schauen“. Der Film, der bereits beim Festival in Cannes überzeugte, kommt am 28. August in die Kinos. © Fabian Gamper/dpa

Deutschland hat seinen Oscar-Kandidaten: Das Drama „In die Sonne schauen“ von Regisseurin Mascha Schilinski geht im kommenden Jahr ins Rennen um den wichtigsten Filmpreis der Welt. Das Werk wurde gestern als deutscher Beitrag für die Kategorie „Bester nicht-englischsprachiger Film“ ausgewählt, wie German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films, in München mitteilte. Insgesamt wurden fünf Produktionen für die Auswahl eingereicht; eine neunköpfige Jury entschied sich nach zwei Tagen des Sichtens und Diskutierens für das Generationen-Drama. Die 98. Verleihung der Oscars findet am 15. März 2026 im Dolby Theatre in Los Angeles statt.

Die Jury lobt den Film als „formal kompromisslos, emotional existenziell und künstlerisch einzigartig“. Damit sei Schilinskis Werk „ein Solitär des deutschen und internationalen Kinos“. Über ein Jahrhundert hinweg verwebt die Regisseurin in „In die Sonne schauen“ die Leben und Schicksale von vier Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten auf einem Bauernhof in der Altmark leben – in den 1910er-, 1940er-, 1980er- und 2020er-Jahren. Sie kämpfen – jeweils nach ihren Möglichkeiten – gegen Enge, Gewalt und gesellschaftliche Zwänge.

In den Hauptrollen sind unter anderen Hanna Heckt, Lena Urzendowsky, Laeni Geiseler, Lea Drinda, Susanne Wuest und Luise Heyer zu sehen. Das Drama der 1984 in West-Berlin geborenen Regisseurin wurde heuer bei den Filmfestspielen in Cannes uraufgeführt. Wie berichtet, gewann Schilinski dort den Preis der Jury.

Die 41-Jährige nannte es „eine große Ehre“, dass sie und ihr Team für Deutschland ins Oscar-Rennen gehen dürfen. „Die bisherige Reise des Films mit der Auszeichnung des Preises der Jury beim diesjährigen Filmfestival in Cannes und die Freude, nun Deutschland auch bei den Oscars vertreten zu dürfen, steht für uns dafür, dass es sich lohnt, an die eigene künstlerische Vision zu glauben“, erklärte Schilinski. „Wir wünschen uns, dass die Sichtbarkeit von diesem Film dazu führt, dass Filmkünstlerinnen in Deutschland auf mehr Offenheit und Unterstützung treffen, wenn sie versuchen, neue erzählerische Wege zu gehen.“

Die Wahl des deutschen Beitrags ist allerdings nur eine von mehreren Vorstufen bis zur Oscar-Gala. Die Finalisten in der Kategorie „Bester nichtenglischsprachiger Film“ verkündet Hollywoods Filmakademie am 16. Dezember. Aus dieser sogenannten Shortlist werden dann die fünf nominierten Filme ausgewählt und am 22. Januar bekannt gegeben. Vergangenes Jahr wurde der Film „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ des Iraners Mohammad Rasoulof als deutscher Oscar-Beitrag ausgewählt. Er ging bei der diesjährigen Oscar-Verleihung aber leer aus.

Das Publikum kann sich übrigens von nächster Woche an ein Bild von Schilinskis Film machen. Am Donnerstag kommt „In die Sonne schauen“ ins Kino. MICHAEL SCHLEICHER

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