Gerade 16 Jahre alt ist Linn Ullmann, die Tochter des Regisseurs Ingmar Bergman und der Schauspielerin Liv Ullmann, als sie ein Fotograf in ihrer Heimatstadt New York auf der Straße anspricht. Der 44-Jährige will sie mit nach Paris nehmen, um dort mit ihr Modeaufnahmen für die „Vogue“ zu machen. Es sind die frühen Achtzigerjahre, Linn ist zwischen Künstlern, Schauspielern und Filmleuten aufgewachsen. Die Mutter ist trotzdem dagegen. Und genau deshalb macht sich der nach dem Erwachsensein gierende Teenager auf den Weg. Als sie in Paris ankommt, hat sie nur die Adresse des Fotografen. Das naive Mädchen landet in seinem Bett. Zufall oder sexueller Missbrauch? Die seelischen Wunden dieser Nacht sind lange nicht verheilt, und viele Jahrzehnte später, längst gefeierte Schriftstellerin, arbeitet Ullmann ihr Trauma auf. Sensibel und auch schonungslos nähert sie sich ihrem eigenen Ich von damals. Ein drastisches, erschütterndes Psychodrama.ULF
Linn Ullmann:
„Mädchen, 1983“. Luchterhand Verlag, 286 Seiten; 24 Euro.
★★★★★ Hervorragend