Ins Herz getroffen

von Redaktion

Die Band Revolverheld feiert 20. Geburtstag mit einem neuen Album

Und so fing alles an: Revolverheld beim ersten Fotoshooting, da waren sie noch zu fünft. © Revolverheld

„Wir wollten nie die komplizierteste Band sein, sondern eine, die allen etwas bedeutet“: Die Nordlichter aus Bremen bringen zum Jubiläum das Album mit dem schlichten Titel „20“ heraus.

Normalerweise denkt man bei Revolvern an Patronen, Schießpulver und lautes Knallen. Bei Revolverheld dagegen geht es um ganz andere Treffer und Kracher: um Ohrwürmer, um Hymnen einer Generation. Seit 20 Jahren zielen Sänger Johannes Strate (45) und seine Bandkollegen mitten ins Herz ihrer Fans. Nun feiern die vier Nordlichter aus Bremen und Hamburg dieses Jubiläum – mit einem Album, das schlicht „20“ heißt.

Als sich Strate, Kris Hünecke, Niels Kristian Hansen und Jakob Sinn Anfang der 2000er zusammenschlossen, war von einer Karriere als Indiepop-Stars noch nicht einmal zu träumen. Unter kuriosen Namen wie Manga und Tsunamikiller tingelten sie durch Clubs, bevor 2005 der rotzig-lässige Name Revolverheld und Hits wie „Generation Rock“ für den Durchbruch sorgten. „Wir wollten nie die komplizierteste Band sein, sondern eine, die allen etwas bedeutet“, erklärt Frontmann Strate das Geheimnis der „Wohlfühl-Pistoleros“. Tatsächlich sind es die Mitsing-Refrains mit viel „Ohohoh“, die der Band bisweilen auch den Vorwurf der Belanglosigkeit einbringen. „Coldplay auf Deutsch“ war einst in einer Kritik nicht als Kompliment gedacht.

Dem Erfolg hat das nie geschadet, im Gegenteil. Zum 20. Geburtstag sind jetzt auf dem neuen Album „20“ Hits wie „Lass uns gehen“ oder „Halt Dich an mir fest“ in neuem Klanggewand zu hören. Die Songs wurden etwas üppiger, opulenter produziert – großer Pop statt Indie-Kargheit.

Dazu gibt es eine limitierte Fanbox mit Vinyl, Fotobuch und Demos. Nach der Geburtstagsfeier und nach einer Hallentour Ende 2025 (leider nicht in München) wollen die „RHs“ nächstes Jahr durchatmen und sich in einem Sabbatical Zeit nehmen, 20 Jahre Karriere Revue passieren zu lassen.

Auf der Geburtstags-Platte gibt es noch einmal große Emotionen – mit dem neuen Song „Henrik“, über einen jungen Kerl, der viel zu früh an Krebs gestorben ist. „Wir waren nie enge Freunde“, singt Strate, „eher Feier-Bekannte. Ein Kumpel von ’nem Kumpel, so wie man das wohl nannte. Doch nimmt mich die Geschichte von Dir ganz schön mit.“ Auf Youtube erzählen die Fans von ähnlichen Dramen, vom Rotz-und-Wasser-Heulen. Revolverheld zeigen damit, dass sie immer noch berühren können, dass sie ihr Pulver längst nicht verschossen haben.JÖRG HEINRICH

Revolverheld:

„20“
(Embassy of Music).

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