So fern und doch so nah. Das ist „Wachs“, der neue Roman der Münchner Autorin Christine Wunnicke, der auf der aktuellen Shortlist für den Deutschen Buchpreis steht. Schauplatz ist Paris im 18. Jahrhundert. Marie Biheron ist die Hauptfigur. Als kleines Mädchen ist die Apothekertochter von einer einzigen Leidenschaft besessen: zu erforschen, wie der Mensch im Innern aussieht. Und so setzt die Zwölfjährige alles daran, zwecks Studium Leichen käuflich zu erwerben. Bald darauf beginnt sie, die menschlichen Organe in Wachs nachzubilden. Mit 14 lernt Marie die berühmte Blumen-Illustratorin Madeleine Basseport kennen. Das Interessante ist, dass es diese Frauen tatsächlich gab. Sie werden ein Paar, sind erfolgreich, fühlen sich frei, haben Kunden aus allerhöchsten Kreisen. Mit der Schilderung all dessen liefert die Autorin in stilistischer Meisterschaft ein grandioses Panorama der intellektuellen Gesellschaft des alten Paris.LTZ
Christine Wunnicke:
„Wachs“. Berenberg Verlag, 187 Seiten; 24 Euro.
★★★★★ Hervorragend