Schwimmt im Geld: Anton Nürnberg als „Alleinerbe“ im neuen „Volksmund“. © neeb/Ki
Ja, sind sie jetzt meschugge am Münchner Volkstheater? „Über Geld spricht man nicht“ hat das Haus sein aktuelles Spielzeitmagazin „Volksmund“ überschrieben, das ab sofort im Foyer ausliegt – und im Untertitel hinzugefügt: „Wir machen es trotzdem“. Gut so! Denn herausgekommen ist ein kreatives, kluges und auch komisches Heft rund um die Themen Macht und Moneten.
Aber hallo! Die städtische Bühne surft schließlich auf einer Welle des Erfolgs. Die vergangene Spielzeit war die beste in deren Historie: Rund 138 000 Menschen kamen zu den Vorstellungen. Das bedeutet nicht nur eine Auslastung von 85,8 Prozent, sondern auch einen Besucherrekord. Ein echtes Er-Volkstheater in und für München also.
Und doch macht Intendant Christian Stückl bei der Jahrespressekonferenz klar, dass er besorgt ist um den Rückgang der städtischen Unterstützung. Mehr als zwei Millionen Euro fehlen ihm im aktuellen Etat. Da es derzeit keine belastbaren Zahlen und Vorgaben der Stadt gebe, „müssen wir ins Leere arbeiten, ohne zu wissen, was wir abgezogen kriegen“. Aber: „Wir müssen es hinkriegen.“
Zwölf Premieren sind für die Spielzeit 2025/26 geplant. Wie berichtet, geht es in der kommenden Woche los mit „Glaube Liebe Roboter“, einer Fortschreibung von Ödön von Horváths „Glaube Liebe Hoffnung“ (25. September, 19.30 Uhr), sowie der Adaption von Ingmar Bergmans Film „Persona“ (27. September, 20 Uhr).
Hausherr Stückl wird in der neuen Saison zwei RegieArbeiten zeigen: „Appropriate – Was sich gehört“ (2014) des US-Dramatikers Branden Jacobs-Jenkins hat am 31. Oktober Premiere. Außerdem wird der Intendant einen zeitgenössischen US-Roman inszenieren – da die Rechte noch nicht final geklärt sind, bleibt der Titel vorerst unter Verschluss.
Auch wird es wieder ein Tanz-Stück geben. Mit „Grey“ hat das Volkstheater vergangenes Jahr diese Sparte erstmals bespielt – jede Vorstellung dieser hinreißend guten Produktion ist ausverkauft. Die neue Choreografie „Tide“ wird am 11. April 2026 uraufgeführt. Stückl und sein Team haben künstlerisch die Weichen gestellt, damit das Haus auf Erfolgskurs bleiben kann. Jetzt muss das Kulturreferat über Geld sprechen.MICHAEL SCHLEICHER
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und Karten online unter
muenchner-volkstheater.de.