Legendärer Produzent: Martin Moszkowicz. © Mathias Bothor
Der Münchner Filmproduzent Martin Moszkowicz wirft der eigenen Branche vor, sich nicht klar gegen Antisemitismus zu positionieren. „Eine Branche, die sonst lautstark Diversität und gesellschaftliche Verantwortung fordert, schweigt, wenn es um den Schutz jüdischen Lebens geht“, schrieb Moszkowicz in einem Gastbeitrag für die „FAZ“. Moszkowicz kritisiert, dass ein Fünf-Punkte-Plan der „WerteInitiative e.V. jüdisch-deutsche Positionen“ gegen Antisemitismus mit wenigen Ausnahmen von der Film- und Fernsehbranche nicht mitgetragen werde. „Keine Filmhochschule, kein großer Sender, keine bedeutende Produktionsfirma, kein Branchenverband“ hätten das Papier unterzeichnet.
„Gerade diese Branche müsste laut, klar und sichtbar vorangehen“, fordert der 67-Jährige, der bis März 2024 Vorstandsvorsitzender der Constantin Film war. Stattdessen gebe es eine „Vielfalt an Ausflüchten“: „Man wolle ,neutral‘ bleiben, Araber seien ebenfalls Semiten, würden im Papier aber nicht erwähnt. Oder: Eine Unterzeichnung könnte als Parteinahme für Israel verstanden werden.“
Der Fünf-Punkte-Plan wurde vom Münchner Wirtschaftswissenschaftler Guy Katz initiiert. Darin wird unter anderem gefordert, die Bildung zu jüdischem Leben zu stärken, Antisemitismusbeauftragte an Hochschulen verbindlich zu machen und schärfere Strafen für antisemitische Vergehen vorzusehen.EPD