Hollywoodreif

von Redaktion

Parkway Drive in der Olympiahalle

Manche mögen’s heiß: Sänger Winston McCall. © M. Hangen

Schlagzeugspielen über Kopf, während sich alles dreht und die Umgebung in Flammen steht? Kein Problem für Parkway-Drive-Schlagzeuger Ben Gordon, der vor Kurzem Hollywood-Star Chris Hemsworth das Drumspielen beibrachte. Was Gordons Band in der fast ausverkauften Olympiahalle zum 20. Jubiläum abliefert, ist ebenfalls hollywoodreif.

Bereits der Start fällt episch aus: Eine riesige Flagge taucht am Ende der Halle auf und wird durch die Menge getragen. Hinterdrein schreitet Sänger Winston McCall, gehüllt in Kapuze und langen weißen Mantel, wie eine Mischung aus Boxer und Jedi-Ritter. Seine Bandkollegen hinter ihm klatschen lässig mit den Fans ab. Die ersten Songs spielen sie auf einer kleinen Club-Bühne, die intime Nähe bringt. Dann senkt sich eine Brücke von der Decke, die den Weg zur Hauptbühne bildet. Pyrotechnik entzündet sich knallend, Flammen züngeln von überall hoch. Vier schwarz gekleidete Tänzer sind auf der Bühne unterwegs und später schweben Geigerinnen von der Decke.

Die Setlist hält viele eingängige neuere Songs bereit, die den Status von Parkway Drive als eine der erfolgreichsten Metalcore-Bands zementieren. Plötzlich regnet mitten in der Halle ein Sturzbach auf Sänger Winston McCall herunter. Ein Leck im Dach? Nein, der minutenlange Regen ist nur Teil der bombastischen Show. Kein Wunder, dass die Fans bei jedem Song mitgehen und sich komplett verausgaben.

Auf einmal steht McCall auf einem Schild am Hallenende, während um ihn herum Dutzende Fans im Kreis tanzen. Auf Händen lässt er sich zurück zur Bühne tragen. Am Ende – zu „Crushed“ – verwandelt sich die Halle in ein Flammenmeer. Diese Feuertaufe bildet nach zwei Stunden einen rauschenden Abschluss.MICHAEL HELLSTERN

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