Mode trifft auf „Affenliebe“

von Redaktion

Designer Wolfgang Joop zeigt in Potsdam sein Lebenswerk

„Ich sehe keine Zukunft“, sagt Wolfgang Joop (80). © C. Gateau

Er sei ein „göttlicher Dilettant“, sagte der Designer Wolfgang Joop mal über sich. Wohl mit einem Augenzwinkern, denn er ist ein Multitalent. Jetzt, mit bald 81 Jahren, wagt der Künstler einen Blick auf sein Lebenswerk. Eine neue Ausstellung in seiner Heimatstadt Potsdam (bis 18. November) zeigt seine besondere „Affenliebe“ und dass die Mode nur eine seiner Disziplinen ist.

Joops Kollektionen, die auf Laufstegen in Paris oder Mailand zu sehen waren, werden in der Retrospektive im Potsdamer Kunstraum per Video-Projektion noch einmal in Szene gesetzt. „Mit Kleidern wollte ich Geschichten erzählen“, sagt Joop. „Wenn es unfertig oder verkehrt aussieht, das hat Charme.“

Die bislang einmalige Werkschau löst bei Joop wehmütige Gefühle aus: „Ich gucke hin und sage: Das bist du gewesen. Da sehe ich jetzt keine Zukunft, sondern nur eine Vergangenheit, die mich berührt. Denn bei jedem Bild und bei jeder Kollektion und jedem Foto fällt mir die ganze Zeit wieder ein.“ Zwar waren einige der Werke bereits an mehreren Orten ausgestellt, bislang aber nie in der großen Bandbreite mit den Modekreationen. Die Retrospektive hätte auch den Titel „Affenliebe“ tragen können, erzählte Joop. Man entdeckt in der 450 Quadratmeter großen Galerie Affen in Acrylfarbe, als Stickerei mit Silberfäden und als schwarze Marmorbüsten mit goldenem Rosenkranz. MONIKA WENDEL

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