Schmerz lass nach

von Redaktion

Taylor Swift veröffentlicht ihr zwölftes Studio-Album

Den eigenen Rekord gebrochen: Mehr als fünf Millionen Mal wurde das Album von Taylor Swift schon vor Erscheinen auf der Streamingplattform Spotify vorgemerkt. © Darryl Dyck

Wie schreibt man seine Pop-Karriere nach einem Welterfolg wie der „Eras Tour“ fort, einer zwei Jahre dauernden Tour, die alle Höhepunkte aus knapp 20 Jahren Karriere gezeigt hat? Taylor Swift sucht sich das Beste dieser früheren „Eras“ heraus, spickt es mit Hommagen an andere große Namen und beginnt eine neue Ära. Auf ihrem zwölften Studio-Album „The Life of a Showgirl“ ist die 35-Jährige angekommen – bei sich, in der Liebe und in ihrer Rolle als Megastar.

Musikalisch hat sich die US-Amerikanerin auf ein kleines Team festgelegt. Das Album entstand mit den schwedischen Songwritern und Produzenten Max Martin und Shellback. Beide stehen für tanzbaren Upbeat-Pop. Ergebnis ist ein Hochglanz-Album für Erwachsene. Die Texte sind ausgeklügelt, mal hochtrabend, mal sarkastisch, mal bewusst albern. Sie enthalten Anspielungen auf frühere Lieder und wiederkehrende Themen aus dem Swift-Universum.

Eingebettet wird alles in einen schimmernden Sound. Nach zuletzt eher reduzierten Produktionen wie auf „Midnights“ (2022) und dem tieftraurigen „The Tortured Poets Department“ (2024) findet sich auf der Platte eine abwechslungsreiche Pop-Mischung. Zu hören sind Klaviermelodien, Gitarren, Drums und nostalgische Anleihen. Eine mehr als angedeutete Referenz ist der Song „Father Figure“. Swift hat eine Hommage an den gleichnamigen Hit von George Michael aus dem Jahr 1987 aufgenommen. Das Konzept der Vaterfigur für eine junge, unerfahrene Frau deutet Swift in dem Song für sich um. Aus dem finalen Refrain geht sie als Figur hervor, die „die Familie beschützt“. Viele Fans sehen darin eine Anspielung auf Swifts Kampf um die Aufnahmen ihrer ersten sechs Alben, die gegen ihren Willen von ihrem Label verkauft worden waren.

Die Musikindustrie und der teils schmerzhafte Weg an die Spitze sind wiederkehrende Themen des Albums. Swift entwickelt hier Ideen weiter, mit denen sie sich schon auf früheren Platten auseinandergesetzt hat. Dazu gehören auch Anspielungen auf andere berühmte Frauen – deren Schicksale sie mit ihrem eigenen verwebt und dabei auch umschreibt. So liefert etwa „The Fate of Ophelia“ eine alternative Geschichte für Shakespeares tragische Heldin: Die Erzählerin wird vor ihrem einsamen Tod bewahrt.

Das zwölftes Album von Taylor Swift hat schon einen Rekord gebrochen. Mehr als fünf Millionen Mal wurde „The Life of a Showgirl“ vor der Veröffentlichung auf Spotify vorgemerkt. Damit brach Swift einen Rekord, den sie ohnehin selbst aufgestellt hatte.DPA

Taylor Swift:

„The Life of a Showgirl“
(Republic Records).

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