UNSERE KURZKRITIKEN

Der berühmte Unbekannte

von Redaktion

Wohl nur wenige Menschen sind so berühmt und so unbekannt wie Thomas Pynchon. Der US-Autor hat Millionen Fans und wird seit Jahrzehnten für den Nobelpreis gehandelt – und hat die Anonymität ins Extrem getrieben. Acht Romane hat Pynchon, der 88 Jahre alt sein soll, inzwischen mit großem Erfolg veröffentlicht. Zwölf Jahre nach dem bislang letzten erscheint „Schattennummer“. Der Roman spielt in Milwaukee im Jahr 1932: Amerika steckt in der Großen Depression, die Aufhebung der Prohibition steht kurz bevor. Al Capone sitzt im Knast, Privatdetektiv Hicks McTaggart nimmt einen Routinejob an: Er soll die Erbin eines Käse-Fabrikanten ausfindig machen und nach Hause bringen. Doch unversehens findet er sich auf einem Ozeandampfer wieder und landet in Ungarn. Der Autor spielt auch in diesem Roman wieder mit Irrungen, Wendungen und immer neuen Randfiguren. Ein Pynchon-Einsteigerbuch ist „Schattennummer“ sicher nicht, aber ein Fest für Fans.CHO

Thomas Pynchon:

„Schattennummer“. Rowohlt, 400 Seiten; 26 Euro.


★★★★☆ Lesenswert

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