Neue Sichtachse: Die drei Fenster im Empfangsbereich der Villa gestatten den Blick ins Museumsfoyer. © Oliver Bodmer
Willkommen in „Utopia“: Das Kunst-Musik-Kollektiv Chicks on Speed bespielt die Ausstellungsräume bis 1. März 2026. Ein wilder Spaß! © Oliver Bodmer
Ein Juwel an der Prinzregentenstraße: Zur „Langen Nacht der Münchner Museen“ am Samstag ist die Villa Stuck nach ihrer aufwendigen Sanierung wieder zugänglich. © Oliver Bodmer
Gestern war ein trüber Tag. Nicht jedoch in der Villa Stuck. Das Haus, das 18 Monate geschlossen war, strahlt hell und freundlich. „Ein Juwel“ nennt Direktor Michael Buhrs sein Museum, das von morgen an wieder die Kunstfans begrüßt. „Die Hardware hat nicht mehr zur Software gepasst“, formuliert es der Hausherr. „Deshalb war die Sanierung notwendig.“ Rund 14 Millionen Euro hat die Stadt in die Erneuerung der Technik und in Arbeiten an den Fassaden investiert. Das „Update“ ist (fast) vollendet.
Selbst wenn nicht jede Neuerung sofort ins Auge fällt (und dies auch nicht soll, etwa bei der Sicherheitstechnik), spürt jeder, der durch das Museum geht, wie gut dem Gebäude die Frischzellenkur bekommen ist: Lichtdurchflutet sind die Räume, das Foyer ist als umfassende Einladung an die Menschen gestaltet. Soweit es die historische Architektur erlaubt, ist die Villa Stuck jetzt barrierefrei; Garderoben und Serviceräume sind von klassischer Eleganz. Der geschickte Einsatz von Spiegeln und Glas verstärkt den Eindruck der Großzügigkeit.
Die historischen Räume präsentieren sich nun mit neuer Hängung der Bilder, mit neuer Ausstattung und neuen Werken. Im ehemaligen Speisesaal, Boudoir und Rauchsalon laden erstmals Gemälde zur Entdeckung zweier wichtiger Epochen im Schaffen Franz von Stucks (1863-1928) ein.
Der Maler, Grafiker und Bildhauer war 34 Jahre alt, als er nach eigenen Entwürfen auf der Isar-Anhöhe seine Villa mit privaten Wohn- und Repräsentationsräumen sowie dem Künstleratelier errichtete. Der Grundstein wurde übrigens am 16. Oktober 1897 gelegt – am gestrigen 16. Oktober wurde das sanierte Haus der Presse vorgestellt.
Zur Wiedereröffnung haben Buhrs und sein Team das Kunst-Musik-Kollektiv Chicks on Speed, das sich 1997 im Umfeld der Münchner Kunstakademie gegründet hat, eingeladen, ihr „Utopia“ zu entfalten. Das ist sinnlich, witzig, lebensfroh. Zudem stellt sich die britische Malerin Louise Giovanelli, Jahrgang 1993, in einer aufregenden Einzelschau vor.
Bis Frühjahr soll auch der zweite Bauabschnitt abgeschlossen sein. Dabei geht es etwa um Sanierungen im Außenbereich, um die Neubepflanzung des Künstlergartens, um die Einrichtung von Gastronomie und Vortragssaal. „Es gilt für uns, das Haus an die Stadtgesellschaft zurückzugeben, so wie es uns vom Baureferent übergeben wurde“, sagt Direktor Buhrs. Das sei ein „großes Geschenk“. Ist so. Und zwar für alle. MICHAEL SCHLEICHER
Villa Stuck
Wiedereröffnung am 18. Oktober.
Öffnungszeiten: Di.-So. 11 bis
18 Uhr, Mi. sowie erster Freitag im Monat 11 bis 22 Uhr; freier Eintritt am 19. und 26. Oktober.