Zwei starke Schwestern

von Redaktion

Larkin Poe überzeugen in der Münchner Tonhalle mit ganz eigenem Südstaaten-Rock

Südstaaten-Rock ist in den vergangenen Jahren in eine schwierige Nische abgerutscht. Kid Rock und Bands wie Whiskey Myers haben das Genre, aus dem einst die Allman Brothers oder Lynyrd Skynyrd hervorgingen, in eine sehr gefällige Bierhallen-Musik für Südstaaten-Patrioten verwandelt. Umso erfreulicher ist es, dass zwei Schwestern aus Georgia mit ihrer Band Larkin Poe dem etwas entgegensetzen. Bei ihrem Konzert in der gut gefüllten Tonhalle überzeugten Rebecca und Megan Lovell wieder mit einer sehr musikalischen Variante des Southern Rock.

Ihr neues Album „Bloom“ steht im Mittelpunkt des Abends, und bei der Eröffnung mit „Nowhere Fast“ steigt die Temperatur schnell auf Mississippi-Delta-Niveau. Aber die beiden starken Frauen können mehr und zeigen mit einem eigenen Set von Unplugged-Songs ihre wahre Musikalität. Mit Banjo und Mandoline gehen sie zurück zu den Bluegrass-Wurzeln ihrer Jugend, aber auch des Genres selbst. Höhepunkt dieses Sets ist eine großartige Gospel-Rock-Hommage an ihr Idol Ozzy Osbourne. Nach einem rockigen Finale mit „Bolt Cutters“ lassen die Schwestern mit „Bloomed Again“ den Abend mit einer sehr persönlichen Hymne an die Liebe ausklingen. Und beweisen, wie recht sie mit ihrer Forderung haben, die sie auch an diesem Abend wiederholen: „Wir brauchen mehr Frauen auf den Bühnen und an der Rockgitarre!“ M. FRIEDRICHS

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