Anne Frank wird in der umstrittenen Ausstellung „Comune“ mit Kufiya gezeigt. © Michael Bahlo
Die Kunstausstellung „Comune“ zum Nahost-Konflikt im privaten Potsdamer Fluxus-Museum sorgt für anhaltende Kritik und Antisemitismusvorwürfe. Der Freundeskreis Yad Vashem kritisierte am Freitag, das dort gezeigte Bild der 1945 im KZ Bergen-Belsen gestorbenen Anne Frank mit einem Palästinensertuch instrumentalisiere die Biografie des jüdischen NS-Opfers. Kritik kam zuvor auch unter anderem vom Brandenburger Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner und dem Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, der Medienberichten zufolge Anzeige wegen Verharmlosung des Holocaust erstattet hat.
Der Freundeskreis-Vorsitzende Kai Diekmann erklärte, der Holocaust und seine Opfer seien „keine Schablonen für politische Auseinandersetzungen“. Wenn Anne Frank zur Palästinenserin und Israelis implizit zu neuen Nazis erklärt werden, überschreite dies die Grenze des Antisemitismus. Dies gelte insbesondere dort, wo israelische Politik mit der des NS-Staats gleichgesetzt werde. Anne Frank mit einem Palästinensertuch zu zeigen, sei „zynische Geschichtsverfälschung“.EPD