Diese Sammlung ist faszinierend und erschreckend zugleich: „Der Atlas der Kunstverbrechen“ listet 75 Diebstähle, Fälschungen und Fälle von Vandalismus aus der ganzen Welt auf. Darunter sind dreiste, aber auch kuriose, und manchmal haben sie sogar einen sozialen Hintergrund. Spannend serviert das alles Autorin Laura Evans. Gelegentlich sind ihre Häppchen doch sehr knackig. Ob etwa die Bezeichnung „lästiger Sack Sumpfgas“ eines bestohlenen Museumsdirektors aus Melbourne als Beispiel für den Humor der Diebe durchgehen kann, ist diskussionswürdig. Die abgedruckten Werke aber sind es nicht, die Qualität ist hervorragend. Wirklich erschütternd dagegen ist, wie leicht es die vor allem aus öffentlicher Hand finanzierten Museen den Dieben machen, ihre millionenschweren (und oft unversicherten) Kostbarkeiten zu stehlen. Am besten binden sie noch ein Schleifchen um den Picasso, die Saliera & Co.AMA
Laura Evans:
„Atlas der Kunstverbrechen“. Prestel Verlag,
224 Seiten; 34 Euro.
★★★★☆ Lesenswert