Was für ein Debüt – und zugleich ein so wichtiger Film. Die litauische Regisseurin Saulė Bliuvaitė richtet in „Toxic“ den Blick auf die Gen Z und beobachtet Heranwachsende in einer Welt, in der der Selbstwert permanent vermessen, verglichen und optimiert wird. Marija (Vesta Matulytė) und Kristina (Ieva Rupeikaitė) träumen davon, Model zu werden – doch aus dem Traum wird rasch ein Albtraum: Essstörungen, Maßbänder, Bandwurmpillen. Ohne laute Dramatisierung entfaltet sich ein beklemmendes Porträt junger Frauen, die sich in einer grausamen Spirale aus Kontrolle, Anpassung und Selbstverlust verfangen. Die Kamera bleibt nah, fast dokumentarisch, und zwingt das Publikum, die Unsicherheiten der Figuren auszuhalten. „Toxic“ erzählt nicht von großen Skandalen, sondern von leisen Verschiebungen: davon, wie Normen internalisiert werden, wie der eigene Körper zum Feind werden kann.VES
Saulė Bliuvaitė:
„Toxic“ (absolut Medien).
★★★★★ Hervorragend