München – Er ist natürlich kein Stern, aber Glanzpunkt des winterlichen Sternenhimmels: der Riesenplanet Jupiter. Am 10. Januar wird er im Sternbild Zwillinge zu sehen sein. Damit steht er der Sonne genau gegenüber und ist die gesamte Nacht über dem Horizont. Der Riesenplanet glänzt dann unübersehbar in einem weißlichen Licht und übertrifft alle Sterne an Helligkeit.
Jupiter hält sich knapp südlich von Kastor und Pollux auf, den beiden Hauptsternen der Zwillinge. Jupiter durchwandert zurzeit die nördlichsten Bezirke des Tierkreises, weshalb er in unseren Breiten um Mitternacht hoch am Südhimmel zu sehen ist. Und er ist nicht allein: Schon durch ein kleines Fernglas sind die vier großen Jupitermonde zu erblicken. Auf Vorschlag von Johannes Kepler wurden sie Io, Europa, Ganymed und Kallisto getauft.
Da trennen Erde und Jupiter 633 Millionen Kilometer, dies ist etwas mehr als die vierfache Entfernung der Erde zur Sonne. Das von Jupiter reflektierte Sonnenlicht benötigt 35 Minuten, um zur Erde zu gelangen. Mit 140 000 Kilometer Äquatordurchmesser ist Jupiter nicht nur der größte der acht Planeten unseres Sonnensystems, er dreht sich auch am schnellsten, in knapp zehn Stunden. Im Teleskop erkennt man, dass Jupiter infolge seiner schnellen Rotation abgeplattet ist.
Saturn ist abends am Westhimmel zu finden. Der Ringplanet wandert durch das Sternzeichen Wassermann und wechselt zur Monatsmitte in das Sternbild Fische. Zum Jahresbeginn geht er kurz nach 23 Uhr unter, Ende Januar erfolgt sein Untergang bereits gegen 21.30 Uhr abends.
Die inneren Planeten Merkur, Venus und Mars sind, von der Erde aus gesehen, bei der Sonne zu finden und bleiben daher am Taghimmel unsichtbar. Merkur kommt am 21. Januar in obere Konjunktion mit ihr – er steht also genau hinter der Sonne. Venus überholt am 6. Januar ebenfalls in oberer Konjunktion die Sonne. Und Mars steht am 9. Januar in einer Linie mit unserem Stern – er taucht erst wieder im Juli 2026 am Morgenhimmel auf.
Der abendliche Winterhimmel ist reich an hellen Sternen. Fast im Zenit sieht man gegen 22 Uhr die helle Kapella im Sternbild Fuhrmann. Im Süden nimmt der Himmelsjäger Orion seinen Platz ein – und mit ihm die hellen Sterne Beteigeuze und Rigel. Während der Riesenstern Beteigeuze rötlich leuchtet, sendet Rigel ein bläulich weißes Licht aus. Orion folgen die beiden Hunde: Im Großen Hund funkelt der Stern Sirius intensiv bläulich weiß, während Prokyon im Kleinen Hund leicht gelblich erscheint.
Hoch im Südosten sieht man das Sternenpaar der Zwillinge mit ihren beiden Hauptsternen Kastor und Pollux. Hoch im Westen nimmt der Stier mit seinem hellen orangefarbenen Hauptstern Aldebaran seinen Platz ein. Im Stier findet man die beiden prominenten Sternhaufen Plejaden und Hyaden – ein Hingucker für Beobachter mit Fernglas. Plejaden und Hyaden werden auch Siebengestirn und Regengestirn genannt. Gut zu wissen: Die sechs hellen Sterne Kapella, Aldebaran, Rigel, Sirius, Prokyon und Pollux bilden das sogenannte Wintersechseck, gewissermaßen das Pendant zum Sommerdreieck.
So langsam deutet sich übrigens wieder der Wandel an: Tief am Osthimmel ist bereits der Löwe erschienen, ein Vorbote des kommenden Frühlings. Sein Hauptstern heißt Regulus, was kleiner König bedeutet.
Am 1. Januar passierte der Mond in 360 348 Kilometern Distanz seinen erdnächsten Bahnpunkt. Mit 405 438 Kilometer befindet sich der Mond am 13. Januar in Erdferne. Bereits am 29. kommt der Mond mit nur 365 871 Kilometern Entfernung ein zweites Mal in Erdnähe. Am 3. Januar tritt um genau 11.03 Uhr die Vollmondphase ein. In der folgenden Nacht steht der Erdtrabant hoch in den Zwillingen, wobei er am Riesenplaneten Jupiter vorbeizieht. Neumond wird am 18. Januar um 20.52 Uhr erreicht. Tipp fürs Beobachten: In der Nacht vom 3. auf 4. Januar begegnet der Vollmond dem hellen Riesenplaneten Jupiter im Sternbild Zwillinge beim Brüderpaar Kastor und Pollux.
Die Erde passiert am 3. Januar ihren sonnennächsten Bahnpunkt, das sogenannte Perihel. Dann ist die Sonne 147 100 184 Kilometer entfernt. Das Sonnenlicht ist dann acht Minuten und zehn Sekunden zur Erde unterwegs. Anfang Juli, die Erde in Sonnenferne, braucht das Sonnenlicht 17 Sekunden länger, um uns zu erreichen. Die Sonne verlässt am 20. Januar um 3 Uhr das Sternbild Schütze und wechselt in das Sternbild Steinbock.