Mit lackierten Nägeln: Yannick Nézet-Séguin. © Nagl / dpa
An die Kraft von Freundlichkeit und Güte hat der diesjährige Dirigent des Wiener Neujahrskonzerts, Yannick Nézet-Séguin, erinnert. „Nur mit Freundlichkeit kommt der Frieden“, sagte der 50-jährige Kanadier im Goldenen Saal des Musikvereins auch an die rund 50 Millionen Zuschauer im TV sowie im Internet gerichtet. Freundlichkeit im Herzen sei elementar dafür, die Unterschiede zwischen Menschen zu akzeptieren. Die Musik könne alle Menschen vereinen.
Das Neujahrskonzert, das sich vor allem um die Werke der Familie des Walzer-Königs Johann Strauß dreht, stand diesmal im Zeichen einiger Debüts. Erstmals erklang mit dem „Rainbow Waltz“ der Pianistin Florence Price (1887-1953) das Werk einer Afroamerikanerin – ein Herzenswunsch des Dirigenten, der beim Publikum besonders gut ankam. Price hatte unter schwierigen Lebensumständen Klavierstücke und Symphonien geschrieben. Insgesamt wurden fünf Werke erstmals beim Neujahrskonzert gespielt, darunter auch die „Sirenen Lieder“ von Josephine Weinlich (1848-1887).
Auch für Nézet-Séguin war das Neujahrskonzert eine Premiere. Der 50-Jährige dirigierte schwungvoll, sichtbar gut gelaunt – und mit perlmuttschimmernd lackierten Fingernägeln – die Wiener Philharmoniker, die er durch gemeinsame Projekte seit rund 15 Jahren kennt.
Im nächsten Jahr kommt es erneut zu einem Debüt am Pult. Der 49-jährige russische Dirigent Tugan Sochijew wird dann erstmals das größte Klassikevent der Welt dirigieren, wie das Orchester mitteilte.DPA