Kontrovers: ein Bio-Pic über Michael Jackson. © dpa
Verirrt: Matt Damon in „The Odyssey“. © Universal
Besessen von Heathcliff: Catherine „Cathy“ Earnshaw (Margot Robbie) in „Wuthering Heights“. © Warner Bros.
Nah dran am Star: Noah Jupe liegt als Hamlet in der Shakespeare-Biografie „Hamnet“ das Publikum zu Füßen. © Focus Features
Film-Begeisterte können sich freuen: Das Kinojahr 2026 hat einige überraschende Wiedersehen auf der Leinwand zu bieten. Hollywoodkino und actionreiche Blockbuster sind genauso vertreten wie anspruchsvolle Filme und großes Schauspiel. Mit dabei sind Stars wie Timothée Chalamet, Meryl Streep, Ryan Gosling, Tom Cruise, Zendaya und Sigourney Weaver. Regie-Legenden wie Christopher Nolan oder Steven Spielberg versprechen bildgewaltige, kluge und fesselnde Geschichten. Regisseurinnen wie Maggie Gyllenhaal, Chloé Zhao und Emerald Fennell widmen sich unkonventionellen Literaturadaptionen: Den Auftakt macht am 22. Januar Zhaos „Hamnet“, der einen fiktiven Einblick in das Leben von William Shakespeare gibt – ein heißer Kandidat für die Oscars, die am 15. März in Los Angeles vergeben werden.
Literaturklassiker
Emerald Fennell hat „Wuthering Heights – Sturmhöhe“ verfilmt, den Literaturklassiker der englischen Schriftstellerin Emily Brontë aus dem 19. Jahrhundert (Start: 12. Februar). In den Hauptrollen: Margot Robbie und Jacob Elordi, der zuletzt als Monster in Guillermo del Toros „Frankenstein“ zu sehen war. Eine klassische Literatur-Adaption ist von Fennell ebenso wenig zu erwarten wie von Schauspielerin und Regisseurin Maggie Gyllenhaal.
Gyllenhaal spinnt in „Die Braut“ (5. März) die Handlung von Mary Shelleys Frankenstein mit romantischer Note im gotisch anmutenden Chicago der Dreißigerjahre weiter. Sie lässt Christian Bale als Monster eine Braut in Gestalt von Jesse Buckley erschaffen.
Fortsetzungen
Auch jede Menge Fortsetzungen sind zu erwarten, darunter „Scream 7“ (26. Februar), „Minions 3“ (1. Juli) und „Avengers: 5“ (16. Dezember). Mit besonderer Spannung blicken Fans auf folgende Sequels: Anne Hathaway und Meryl Streep geben sich 20 Jahre nach Teil eins in „Der Teufel trägt Prada 2“ die Ehre (30. April). Und die Disney-Helden um Cowboy Woody machen sich ab 18. Juni mit „Toy Story 5“ gar mehr als 30 Jahre nach dem Debüt auf in ihr nächstes Abenteuer.
Wenig überraschend ist der Start des finalen Teils von Denis Villeneuves „Dune“-Trilogie am 17. Dezember, bei dem Timothée Chalamet erneut Paul Atreides verkörpert. Chalamet ist übrigens schon im Februar im Sport-Drama „Marty Supreme“ zu sehen, er verkörpert ein Ping-Pong-Talent im New York der Fünfzigerjahre.
Michael Jackson
Einige neue Filme von Altmeistern starten, auch wenn hier noch nicht allzu viel bekannt ist: Steven Spielberg kehrt mit „The Dish“ zum UFO-Sujet zurück (18. Juni), Alejandro G. Iñárritus „Judy“ hat Tom Cruise und die umtriebige deutsche Schauspielerin Sandra Hüller zu bieten (1. Oktober). Hüller mischt auch in „Der Astronaut“ mit, wo sie als strenge Wissenschaftlerin den Molekularbiologen und Mittelschullehrer Ryan Gosling ins All schießt, um die Erde zu retten (19. März). Die Romanvorlage dazu stammt von Andy Weir („Der Marsianer“).
Am 23. April startet Antoine Fuquas zweiteiliges Biopic „Michael“ über die umstrittene Popikone Michael Jackson. Der Film könnte polarisieren, setzt aber auf jeden Fall den Trend zu Musik-Biopics fort.
Helden kehren zurück
Auch Geeks und Comicfans kommen 2026 auf ihre Kosten. Es gibt neue Geschichten aus dem Marvel- und DC-Universum: „Spider-Man: Brand New Day“ (30. Juni) und „Supergirl“ (25. Juni). Kult-Potenzial haben auch das Star-Wars-Spin-off „Mandalorian & Grogu“ mit Mini-Yoda als Sidekick eines Kopfgeldjägers (20. Mai) und die von Fans lang ersehnte, zweite Realverfilmung von „Masters Of The Universe“ (4. Juni) mit Jared Leto als Fiesling Skeletor.
„Die Odyssee“
Der Film, auf den Filmfans aber vor allem warten, ist Christopher Nolans „The Odyssey“. Mit Matt Damon, Anne Hathaway, Tom Holland und Robert Pattinson prominent besetzt, komplett im analogen 70-mm-IMAX-Verfahren gedreht, verspricht das Werk ein Film-Erlebnis der Superlative: Es soll den Zuschauer in die fiktive Welt hineinziehen.
Auch wenn hierzulande kein Kino analoge IMAX-Kopien zeigen kann, bieten digitale Säle von Berlin bis Frankfurt zahlreiche Möglichkeiten, „The Odyssey“ im IMAX-Format zu erleben. München muss auch da leider passen: Aber der erklärte Kino-Enthusiast Nolan weiß sein Budget stets sinnvoll zu investieren – darum ist auch auf gängigen Leinwänden ein bildgewaltiger Blockbuster zu erwarten.MAXI BRAUN