Der ganze Grusel auf Kassette

von Redaktion

Vorfreude auf den Soundtrack von „Stranger Things – Staffel 5“ – auch im Nischen-Format

Achtziger-Ästhetik: „Stranger Things“ auf Kassette. © Sony

Das jüngst zu Ende gegangene Grusel-Epos „Stranger Things“ beim Streamingdienst Netflix erzählt charmant vom Horror des Erwachsenwerdens, der Parallelwelt Pubertät. Darum spielt Musik auch so eine große Rolle – denn die Songs, die uns durch diese Phase begleiten, werden wir nie wieder los. Am 30. Januar erscheint nun der Soundtrack zur finalen fünften Staffel. Natürlich auch auf dem Format der Achtzigerjahre, deren Ästhetik die Serie feiert: der Musikkassette.

Schon die früheren Kapitel spülten Songs in die Playlists junger Hörer, die ältere Semester längst weit hinten im Oldies-Fach verräumt hatten. Prominentestes Beispiel: Kate Bush verdiente 2,3 Millionen Dollar, weil ihr „Running up that Hill“ die tapfere Serienfigur Max durch deren Albträume begleitete – und dabei abermals die Charts erklomm.

Doch erinnern wir uns genauso gerne an den kleinen Will Byers, der tapfer „Should I stay or should I go“ von The Clash haucht. An den heroischen Eddie Munson, der zu Metallicas „Master of Puppets“ das Böse in Schach hält. Und die Ballade „Never ending Story“ wird man sogar nie wieder hören können, ohne an das Duett der verliebten Teenager Gaten Matarazzo und Gabriella Pizzolo zu denken.

Die Musikliste zu Staffel fünf steht noch nicht fest, mit dabei sind aber „Rockin‘ Robin“ von Michael Jackson, die Oldies „Sh-Boom“ und „Mr. Sandman“ sowie „Here comes your Man“ von den Pixies. Im Zentrum des Geschehens: „When Doves cry“ von Prince – die Single löst am Ende den Zünder der Sprengladung aus, die das Reich des Bösen in die Luft jagt.

Das Schöne an „Stranger Things“ ist, dass die Schöpfer auch musikalische Überraschungen ins Skript schmuggelten: die Punk-Rock-Band Butthole Surfers zum Beispiel, die Prince den Ehrenplatz auf dem Sprengstoff-Plattenteller fast noch streitig macht. Und Filmfigur Jonathan Byers steckt in einem T-Shirt der Underground-Rock-Helden The Fall.

Das außergewöhnlichste musikalische Kuckucksei: Jonathan trägt eine Kassette von John Coltranes Jazz-Klassiker „A Love supreme“ mit sich herum, als Behälter für den Verlobungsring, den er seiner Nancy anstecken will. Ende März kommt das Album nun wieder auf den Markt. Ist doch klar: als genau diese Kassette.JOHANNES LÖHR

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