Verzögert erscheint Robbie Williams’ „Britpop“. © Columbia
Auf Sturmhöhen musiziert Popstar Charli XCX. © dpa
Zurück auf den Dancefloor zieht es Madonna. © Universal
Im Studio: Paul McCartney tüftelt an neuer Musik. © Universal
Zumindest musikalisch klingt das neue Jahr vielversprechend. Legenden von Paul McCartney über die Rolling Stones bis hin zu Madonna und Robbie Williams veröffentlichen 2026 neue Alben. Aber nicht nur die Altvorderen kehren zurück. Auch die Fans jüngerer Stars wie Charli XCX, Harry Styles oder Bruno Mars können sich auf Nachschub freuen.
Paul McCartneys erste Solo-Platte seit dem Nummer-eins-Album „McCartney III“ von 2020 soll so gut wie fertig sein – und zu einer Großbritannien-Abschiedstour im Sommer erscheinen. Ob sie „McCartney IV“ heißt, ist offen. Insider sprechen von „reduzierten, sehr persönlichen Songs“ des 83-Jährigen und von Streicher-Sessions in den Abbey-Road-Studios. An den Reglern sitzt offenbar Andrew Watt, der schon den Sound der Rolling Stones behutsam modernisiert hat.
Madonnas erstes Studioalbum seit „Madame X“ von 2019 soll an „Confessions on a Dance Floor“ von 2005 mit dem Über-Hit „Hung Up“ anknüpfen. „Zurück auf die Tanzfläche, wo alles begonnen hat“, kündigt die 67-Jährige an. Deshalb produziert auch wieder Star-DJ Stuart Price das Album, mit dem Madonna zu ihrer ersten Plattenfirma Warner zurückkehrt.
„Britpop“, Robbie Williams’ Hommage an die Neunziger, sollte bereits im Oktober erscheinen, wurde dann aber auf 6. Februar verschoben. Grund: Der 51-Jährige will mit seinem 16. Nummer-eins-Album den britischen Rekord der Beatles brechen. Doch im Oktober stand ihm Taylor Swifts „The Life of a Showgirl“ im Weg. „Verdammt, damit kann man nicht mithalten“, grantelt er. Robbie verspricht Rock-Gitarren und Hymnen – und hält mit den ersten Singles „Pretty Face“ und „Rocket“ Wort.
Die Stadion-Tour der Rolling Stones ist wegen Keith Richards’ leidiger Arthritis geplatzt – neue Musik gibt’s trotzdem. Vom Comeback „Hackney Diamonds“ von 2023 soll noch Material übrig sein, dazu kommen frisch geschriebene Songs. Stones-Erneuerer Andrew Watt produziert erneut.
Beyoncés Musik-Trilogie steuert aufs Finale zu. Nach Disco („Renaissance“, 2022) und Country („Cowboy Carter“, 2024) will es „Queen Bey“ im Mai angeblich mit einer Rockplatte krachen lassen.
Pop-Magier Bruno Mars bringt sein erstes Soloalbum seit „24K Magic“ von 2016 heraus. Nach seinen Meisterwerken „Die with a Smile“ mit Lady Gaga und „APT“ mit Rosé ist die Spannung riesig.
Blondie: „High Noon“ wird neun Jahre nach „Pollinator“ das letzte Album mit dem 2025 an Krebs verstorbenen Drummer Clem Burke – und wohl auch die finale Platte der Band. „Ich weigere mich, alleine Blondie zu sein, ohne den Rest von Blondie“, verrät Sängerin Debbie Harry (80). Der exzellente neue Song „One more Time“ verspricht noch einmal Powerpop à la „Maria“.
Derweil arbeiten U2 mit Stamm-Produzent Brian Eno am Album „Freedom is a Feeling“. Sänger Dave Grohl verspricht „viele neue Songs“ der Foo Fighters. Bei Fleetwood Mac gehen sich Stevie Nicks, Lindsey Buckingham und Mick Fleetwood mit Soloalben aus dem Weg. Sogar Bob Dylan wurde im Studio gesichtet, ebenso wie Bruce Springsteen, The Cure und Janet Jackson.
Die aktuellen Stars: Charli XCX veröffentlicht am 13. Februar „Wuthering Heights“ – kein Duett mit Kate Bush, sondern der Soundtrack zur Emily-Brontë-Neuverfilmung. Nach ihrem Gen-Z-Pop auf „Brat“ steht diesmal düsterer Gothic-Sound an. Die K-Pop-Lieblinge BTS bringen am 20. März ihr Comeback-Album heraus. Harry Styles hat sein viertes Album in Berlin aufgenommen – und die Zeit genutzt, um zwischendurch den Berlin-Marathon in sensationellen 2:59 Stunden zu laufen. Das dritte Album von Jungstar Olivia Rodrigo könnte vielleicht sogar schon im Januar kommen.
Die Deutschen: Über neue Alben von Herbert Grönemeyer, den Toten Hosen, Tokio Hotel und Helene Fischer wird gemunkelt. Bei Alice Merton ist es schon am 16. Januar mit „Visions“ so weit, bei Maite Kelly am 8. Mai mit „24/7“. Ihr Tanzflächenfeger „Der Morgen danach“ als Vorabsingle begeistert bereits die Fans. Und der Graf von Unheilig bietet ab 13. März Düster-Pop mit dem Comeback-Album „Liebe Glaube Monster“. JÖRG HEINRICH