Die Berliner Band Von wegen Lisbeth hat sich seit ihrer Gründung 2006 vom WG-Insiderwitz zur festen Größe entwickelt. Ironische Alltagsbeobachtungen zwischen Kiez, Uni-Flur und Späti sind ihr Markenzeichen. Vier Alben lang kultiviert die Gruppe um Sänger Matthias „Matze“ Rohde nun schon den Charme des klugen Understatements – und bleibt sich dabei angenehm treu. Das neue Album „Strandbad Eldena“ klingt entspannt, aber keineswegs gleichgültig. „Evolution“ flirtet augenzwinkernd mit NDW-Anleihen. „Den Haag“ verhandelt den täglichen Ärger mit der Kaffeemaschine wie einen Fall vor dem Internationalen Gerichtshof. Und im Rausschmeißer „Widersprüche“ gibt es sogar Anlageberatung: „Kauf Dir die Wohnung fürs Alter, und zahl die Steuern in Malta.“ Das ist pfiffig und klingt mit psychedelischen Beatles-Anleihen auch noch hübsch nostalgisch. Ein Album zum Schmunzeln, zum Mitsummen und Immer-wieder-Hören. JH
Von wegen Lisbeth:
„Strandbad Eldena“ (Columbia/Sony).
★★★★☆ Hörenswert