„Diebstahl geistigen Eigentums“

von Redaktion

Hans Well ärgert sich über Barbara Mundel, Intendantin der Münchner Kammerspiele

Es war eine Dernière, wie sie den Namen verdient. Mit langem Applaus und Standing Ovations verabschiedete das Publikum im Schauspielhaus der Münchner Kammerspiele am vergangenen Freitag Ruedi Häusermanns Inszenierung „A scheene Leich“ (wir berichteten). Der Regisseur hatte diese „Erblastkomödie“ gemeinsam mit Gerhard Polt konzipiert, die Musik stammt von den Well-Brüdern Karli, Stofferl und Michael. Nach 52 ausverkauften Vorstellungen ist der Abend nun (Theater-)Geschichte.

In ihrer anschließenden Rede blickte Intendantin Barbara Mundel auf die lange Zusammenarbeit der Bühne mit Polt zurück und wagte einen Ausblick: „Es wird ein Weiter geben mit Polt und der Biermösl Blosn.“ Ein Satz mit Zündstoff. Denn die legendäre Blosn waren Hans, Christoph und Michael Well. Bekanntlich trennten sich die Brüder 2012; die Biermösel Blosn ist also auch längst Geschichte. Leider. Freilich machen die Wells weiter Musik: in anderen Besetzungen, unter anderen Namen.

Hans Well ärgert sich über Mundels Aussage. Im Gespräch nennt er sie „schon ein bisschen Diebstahl geistigen Eigentums, für das ich viele Jahre meines Lebens, meiner Energie verwendet habe“. Die Intendantin kenne offenkundig den Unterschied zwischen der Biermösl Blosn und den Well-Brüdern nicht. „Als Texter und Mitspieler der Biermösl Blosn über 35 Jahre sowie Mitautor der Revuen ‚München leuchtet‘, ‚Diridari‘, ‚Tschurangrati‘ etc. an den Kammerspielen wusste ich bis jetzt gar nichts vom Weitermachen.“

Bei den Kammerspielen verweist man auf einen Versprecher der Intendantin – „in der Aufregung und Euphorie dieses für alle Beteiligten sehr emotionalen Abends“, sagt eine Sprecherin. „Michi Well hat dann gleich ,Well-Brüder‘ reingerufen, was Frau Mundel auch aufgenommen hat.“ Intention der Rede sei nicht gewesen, jemanden zu verärgern, „sondern nur das Werk dieser Künstler zu ehren“.MICHAEL SCHLEICHER

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