Sportlicher Spott

von Redaktion

Die „Fastnacht in Franken“ tritt gegen Olympia an und verordnet sich Fair Play

Sebastian Reich und Nilpferddame Amanda.

Wäscht dem Publikum den Kopf: Putzfraa Ines Procter.

Fränkisches Kultduo: Volker Heißmann (re.) und Martin Rassau als Waltraud und Mariechen. © Ralf Wilschewski (3)

Spitzen-Garde: Heuer präsentiert die „FiF“ gleich drei Tanzdarbietungen auf allerhöchstem Niveau. © Raphael Kast

Harte Konkurrenz für die „Fastnacht in Franken“: Am 6. Februar, wenn der Fernsehfasching in Veitshöchheim auf seinen Höhepunkt zusteuert, werden parallel die Olympischen Winterspiele in Mailand eröffnet. Sorgen, dass die Quote des kultigen Narrenspektakels damit in den Keller rutscht, macht sich beim Bayerischen Fernsehen (BR) allerdings keiner. „Wir werden ja sehen, ob die Rede des olympischen Präsidenten lustiger ist als die von Michl Müller“, so der zuständige Redakteur Rüdiger Baumann. In Zeiten, in denen politische Hiobsbotschaften das Tagesgeschehen bestimmen, sei die Sehnsucht des Publikums nach ein wenig Jubel, Trubel, Heiterkeit jedenfalls groß.

In diesem Jahr aber ist die Session kurz: Bereits am 18. Februar ist Aschermittwoch und alles vorbei. Bis dahin sollen Faschingsfreunde im BR voll auf ihre Kosten kommen, vor allem wenn etablierte Komiker wie Bauchredner Sebastian Reich und seine Nilpferddame Amanda aus Würzburg, Martin Rassau und Volker Heißmann (Waltraud & Mariechen) von der Comödie Fürth oder Michl Müller aus der Rhön die Bühne bei der „Fastnacht in Franken“ stürmen. Zur rund dreieinhalbstündigen Live-Sendung aus den Mainfrankensälen unweit von Würzburg rücken um 19 Uhr auch wieder die berüchtigten Gäste aus der Oberpfalz an – die Altneihauser Feierwehrkapell‘n.

Alles beim Alten, also? Beim Pressegespräch zur erfolgreichsten Sendung aller dritten Programme werden die Verantwortlichen nicht müde, von Erneuerung zu sprechen und den Nachwuchs zu preisen. „Auch in diesem Jahr müssen durchaus mal Etablierte pausieren, damit wir jüngeren Talenten ein Forum bieten können“, sagt Baumann, der gern den sportlichen Vergleich zieht. „Wir spielen mit unseren Sendungen in der Champions League. Und da haben wir wie der FC Bayern eine breite Bank, die auch gute, erfahrene Spieler drücken müssen.“

Ebenfalls ein Thema bei „FiF“, wie das närrische Format neckisch abgekürzt wird: Fairplay. Natürlich bekämen auch Politiker ordentlich ihr Fett weg. Doch im Fokus stehe das Amt, nicht die Privatperson. Aus Social Media seien die Regierenden wesentlich Härteres gewöhnt, so die Leiterin des Bayerischen Rundfunks in Franken, Anja Miller. Sie freut sich darüber, dass wirklich alle prominenten Gäste zugesagt haben. Fürchten müsse sich laut „Dreggsagg“ Michl Müller keiner: „Wenn ich jemanden auf die Schippe nehme, muss er anschließend noch erhobenen Hauptes aus dem Saal gehen können.“

Mit Hochdruck wird noch an der Show, den Büttenreden, den Gags, Kostümen und Choreografien gearbeitet. Auch Ministerpräsident Markus Söder dürfte schon die eine oder andere Anprobe für seine diesjährige Verkleidung gehabt haben. Im vergangenen Jahr trat der Landesvater als Elvis auf. Mit welchem Kostüm er heuer den Saal rocken wird, ist wie die meisten Programmpunkte der legendären Prunksitzung aber noch streng geheim.A. KISTNER

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