UNSERE KURZKRITIKEN

Großartig erzählt

von Redaktion

Ein Mädchen, das mit einer Krebserkrankung kämpft, eine Mutter, die ihr gequältes Kind mit einer Geschichte abzulenken versucht, eine Erzählung, die mit ihren düsteren Fantasy-Elementen an Michael Endes „Momo“ erinnert: Nein, dieser Roman ist keine leichte Lektüre. Dennoch fällt es schwer, ihn wegzulegen. Dazu trägt der sanfte Stil bei, der es den Lesenden ermöglicht, Mutter und Tochter mit einer gewissen Distanz zu begleiten, aber auch der Wechsel zwischen den Erzählsträngen: So wie es für Paula, das Mädchen, eine Erleichterung ist, an etwas anderes zu denken als an die unbekannte Masse in ihrer Lunge, so ist es auch beim Lesen erleichternd, der Krankenhausszenerie zu entfliehen und sich hineinzustürzen in die von der Mutter erzählte Geschichte des Mädchens Pola, das gegen dunkle Schatten kämpft. Ein gut recherchierter und noch besser erzählter Roman über die Frage, was ein Mensch aushalten kann. JP

Martin Beyer:

„11 ist eine gerade Zahl“. List, 320 Seiten; 22,99 Euro.


★★★★☆ Lesenswert

Artikel 8 von 10