Charmante Gastgeberin: Tanja Graf. © Astrid Schmidhuber
Geahnt haben wir es schon lange, jetzt ist es Gewissheit: Wer das Mumintal sucht, wird am Münchner Salvatorplatz fündig. Ja, ja, schon klar: Derzeit ist dort, im Erdgeschoss des Literaturhauses, die zauberhafte Ausstellung „Die Welt der Mumins“ zu sehen; die finnische Künstlerin Tove Jansson zeichnete die Trolle vor 80 Jahren zum ersten Mal. Doch längst hat sich das Mumintal im Haus ausgebreitet – bis nach oben in den dritten Stock, wo der große Saal und das Foyer mit dem herrlichen Ausblick über die Stadt liegen. Denn wie schreiben die Ausstellungsmacher? „Im Mumintal regieren Geborgenheit, Freundschaft und Humor, aber auch eine Prise Anarchie und Rebellion, dazu satirischer Esprit.“ Bingo! Besser lässt sich der Neujahrsempfang des Literaturhauses nicht zusammenfassen, mit dem traditionell das Münchner Kulturjahr beginnt.
Die Gästeliste dieses Dienstagabends ist vielseitig und lang: Autorinnen und Autoren sind da, natürlich, Menschen aus der Verlagsbranche, aus dem Buchhandel, Schauspielerinnen und Schauspieler, Museums-, Medien-, Theater- und Filmleute. Geborgenheit, Freundschaft und Humor prägen die Atmosphäre, da und dort flackern in den Gesprächen und Diskussionen eine Prise Anarchie und Rebellion auf, außerdem – wie kann’s anders sein, wenn Kulturmenschen einander begegnen? – mischt sich der Esprit, mitunter der satirische, unter die Menschenschar.
„Lässig“ und „familiär“ solle das Treffen sein, wünscht sich Tanja Graf in ihrer charmanten Begrüßung. Ein Wunsch, der umgehend Realität wird. Bevor der engagierte Service der Brasserie OskarMaria die Würstel und den Kartoffelsalat ins Foyer trägt, verrät die Direktorin des Literaturhauses noch, dass die „Mumins“-Schau auf Rekordjagd ist. Das Interesse bei kleinen und großen Besuchern sei derart enorm, dass selbst der Leporello, den eine Jansson-Zeichnung ziert, zum Sammelobjekt wurde. Flugs war das Programm gar vergriffen, inzwischen wurde es nachgedruckt. Und in den Sozialen Netzwerken verzeichnet ihr Haus (@lithaus) in kurzer Zeit einen Zuwachs von 1500 Abonnenten. „Ich muss mich ein bisschen beruhigen. Sonst platze ich vor Glück“, könnte man an dieser Stelle das Snorkfräulein aus „Sturm im Mumintal“ zitieren.
Das gilt auch für die Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die Graf und ihr Team eingeladen haben: Leïla Slimani, Helga Schubert, Salman Rushdie, Maria Aljochina von Pussy Riot und viele Gäste mehr kommen bald an den Salvatorplatz. Das Literaturhaus hat in den ersten Monaten 2026 ein Programm, das andere in einem ganzen Jahr nicht organisiert bekommen. Man könnte platzen vor Glück. MICHAEL SCHLEICHER