ALBUM

Ungebremst sympathischer Krach

von Redaktion

Dass Heavy-Metal-Musiker sehr sympathische Leute sein können, ahnte man schon 1989, als die TV-Doku „Thrash, Altenessen“ die junge Krach-Band Kreator in den Mittelpunkt stellte. Der Kinofilm „Hate and Hope“ schloss vergangenes Jahr nun einen Kreis: Da lobten Bela B., Lars Eidinger und viele andere die großen Überlebenden des deutschen Schwermetalls. Kreator, das zeigt ihr Album „Krushers of the World“, das heute erscheint, sind nicht nur sympathisch. Sie halten ihr Niveau. Songs wie „Seven Serpents“ und „Psychotic Imperator“ föhnen die Ohrwaschel wie früher. „Ventor“ Reil drischt auf seine Felle, als hätten sie ihn persönlich beleidigt, „Mille“ Petrozzas Gitarre bremst nur, um während langsamer Breaks noch fieser zu fräsen. Seit einigen Jahren hat er sich das hohe Kreischen abgewöhnt und singt richtig. Das und der Umstand, dass die Refrains mitunter von pathetischer Sonnenuntergangs-Melodik (in Tateinheit mit Wikinger-Chören) getragen werden, zieht der Attacke ein wenig den Zahn.

Kreator:

„Krushers of the World“ (Nuclear Blast).


★★★★☆ Hörenswert

Artikel 5 von 11