Premieren-Kritik

Diese Nummer sprengt die Bank

von Redaktion

„Hot Spot“ – das neue Varieté-Programm im Münchner GOP ist der Knaller

Akroba-Tisch: Die Mustache Brothers kombinieren Athletik mit wunderbarem Witz. © Heike Kraemer/GOP

Seit 2008 unterhält Münchens Parade-Varieté GOP sein Publikum bestens. Dieses Jahr wird die Sause sozusagen volljährig. Zum 18. Geburtstag ändert sich am Max-II-Denkmal einiges. Es gibt nur noch vier Shows im Jahr statt wie zuvor sechs – was aber keinen Rückschritt bedeutet, sondern besser zum Standort München passen soll. Nachdem Gründungs-Direktor Peter Weil in Rente gegangen ist, hat mit Oliver Fisch ein neuer Chef übernommen. Er war zuvor Marketingleiter der Bayerischen Spielbanken. Und er hat das Glück, dass das fantastische neue Programm „Hot Spot“ quasi die Bank sprengt. So viel „Akrobat schööön“ gab es sogar im GOP selten zu bestaunen.

Varieté-Meister Karl-Heinz Helmschrot zaubert als Regisseur eine Show auf die Bühne, bei der sogar die Ankündigung der Pause ein kleines circensisches Kunststück ist. Das Motto im GOP lautet diesmal „Grandioses ohne Pause“. Dafür sorgt nicht zuletzt der ultralässige Moderator, Comedian und Jongleur Andreas Wessels aus Berlin. „Ich fand’s gut“, lobt er zu Recht seine Nummern. Und wenn’s mal schiefgeht, flunkert er: „Genauso wollte ich es haben.“

Bei ihm gilt: große Klappe, viel dahinter. Wessels jongliert sich einen Whisky Sour ins Glas, tanzt mit Neonröhren und sorgt dafür, dass Zuschauer „Gustav, der Auserwählte“ aus dem Publikum einen Jonglier-Weltrekord des legendären Enrico Rastelli bricht. Und er kündigt einen Akrobaten-Mix aus aller Welt an, wie ihn das GOP vielleicht noch nie erlebt hat. Wo soll man beginnen?

Bei Kraftlackel und Handstand-Künstler Danilo Marder ist sein ganzer Körper ein Turngerät. Die bärtigen Mustache Brothers aus Brasilien, quasi Super Mario und sein Luigi, fliegen brillant und urkomisch über ihr Sportgerät, das sie „Akroba-Tisch“ getauft haben.

Der Magier Anson Lee gibt den Zuschauern Rätsel auf. Anastasiia Shokolova aus der Ukraine schwebt an ihren Haaren über die Bühne. Und alle anderen sind mindestens genauso fabelhaft. „So kann man gut ins neue Jahr starten“, strahlt Vizechefin Nicola Wucher, Herz und Seele des GOP München. Und so darf 2026 gern weitergehen.JÖRG HEINRICH

„Hot Spot“

ist noch bis 12. April 2026 im GOP München zu erleben. Tickets und Termine gibt es unter www.variete.de oder 089/210 28 84 44.

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