Zu erklären, „wie die Welt denkt“, ist ein großes Unterfangen. Und „Eine globale Geschichte der Philosophie“, wie es der Untertitel dieses Buches verspricht, ist ein noch größeres. Dennoch haben wir hier einen spannenden Abriss über Denken und Denker in Asien, Afrika und Australien mit Blick auf den Rest der Welt. Autor Julian Baggini geht strukturiert Fragen nach, inklusive „Woher wir wissen, was wir wissen“. Dazu führt er unzählige Thesen und Beispiele an. Manche sind für Laien plausibel, in andere muss man sich wirklich reinfuchsen. Uns mögen viele der Intentionen, Begründungen und Interpretationen aus den jeweiligen Ländern und von ihren berühmten philosophischen Vertretern teils abwegig oder gar befremdlich erscheinen, doch erklärt sie Baggini stets nachvollziehbar. Gleichzeitig übt er sehr scharfe Kritik besonders am Westen und dem Hochmut, über alles andere Denken erhaben zu sein. Anstrengend zu lesen ist das auf Dauer, aber lohnenswert.AMA
Julian Baggini:
„Wie die Welt denkt“; C.H.Beck, 424 Seiten; 34 Euro.
★★★★☆ Lesenswert