Warum nur sind Familien so kompliziert? Und wie findet man wieder zueinander, wenn man sich entfremdet hat? Darum geht es im Film „Sentimental Value“, der beim Europäischen Filmpreis gleich sechs Auszeichnungen gewonnen hat. Das Drama des norwegischen Regisseurs Joachim Trier wurde unter anderem als bester Film geehrt. Der deutsche Beitrag für die Oscars „In die Sonne schauen“ von Mascha Schilinski kam dagegen bei der Preisverleihung in Berlin trotz acht Nominierungen nur auf eine Auszeichnung für das beste Kostümbild. Fünf Auszeichnungen erhielt das Roadmovie „Sirât“.
Ähnlich wie bei seinem vorherigen Film „Der schlimmste Mensch der Welt“ erzählt Trier auch hier eine zarte, zwischenmenschliche Geschichte. „Sentimental Value“ handelt von einem gealterten Regisseur, der eine komplizierte Beziehung zu seinen beiden Töchtern hat.
Die beiden Hauptdarsteller Stellan Skarsgård und Renate Reinsve gewannen jeweils den Schauspielpreis, Trier wurde selbst für die beste Regie und das Drehbuch ausgezeichnet. Skarsgård hatte gerade auch einen Golden Globe gewonnen – könnte ein Oscar folgen? „Sentimental Value“ werden Chancen als bester internationaler Film eingeräumt. Am Donnerstag werden die Nominierungen bekannt gegeben.J. KILIAN