Historiker Karl Schlögel spricht beim Abschlussabend. © Michael Probst/dpa
Mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wurde der 51-jährige Serhij Zhadan im Jahre 2022 ausgezeichnet. © DANIEL ROLAND
Sie nennt sich „MSC Security and Literature Series“, findet im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) statt und ist gewöhnlich ebenfalls hochkarätig besetzt. Wenn heuer vom 13. bis 15. Februar die 62. Münchner Sicherheitskonferenz im Bayerischen Hof tagt, finden also unweit des Nobelhotels im Literaturhaus ebenfalls spannende Debatten statt. Am Salvatorplatz blicken Autorinnen und Autoren auf die Weltlage – aus oftmals erhellenden, gerne ungewöhnlichen Perspektiven. Die Veranstaltungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei, eine Anmeldung über die Homepage der Siko ist jedoch unbedingt erforderlich.
Zum Auftakt kommt der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan. Der 51-Jährige wurde 2022 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet; auf Deutsch sind zuletzt bei Suhrkamp seine Geschichtensammlung „Keiner wird um etwas bitten“ sowie das Theaterstück „Feuerpause“ erschienen. Nach dem Überfall Russlands auf seine Heimat ist Zhadan, der in Charkiw lebt, in die ukrainische Nationalgarde eingetreten. Im Gespräch mit dem Autor und „Zeit“-Journalisten Volker Weidermann geht es am 12. Februar um ein Thema, das auch die Siko einmal mehr beschäftigen wird: die unsichere Zukunft der Ukraine.
Der zweite Abend im Literaturhaus verweist bereits auf den Herbst, wenn Tschechien Gastland der Frankfurter Buchmesse ist (wir berichteten). Über die Frage „Literatur als Kraft und Gegenkraft in der Tschechischen Republik“ diskutieren der Autor Jachym Topol, sein Kollege (und Diplomat) Tomáš Kafka und Tschechiens Präsident Petr Pavel.
Wer zur Podiumsdiskussion „Sicherheit in einer apokalyptischen Welt“ am 14. Februar kommen wird, ist offen. Sicher ist, dass Karl Schlögel am Abschlussabend der Reihe am 15. Februar zu hören sein wird. Damit schließt sich ein Kreis, der 77-jährige Historiker und Publizist ist der aktuelle Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels. Mit ihm auf der Bühne: Maryja Kalesnikava, belarussische Oppositionspolitikerin. Die 43-Jährige war bis zu ihrer Freilassung und Abschiebung nach Deutschland politische Gefangene in ihrer Heimat. MICHAEL SCHLEICHER