UNSERE KURZKRITIKEN

Ritt durch die Literatur

von Redaktion

Bücher über andere Bücher lesen nur verzweifelte Schüler kurz vor der Klausur? Nicht wenn es sich bei dem Verfasser um Michael Maar handelt. Der Germanist und Literaturkritiker hat bereits eine Reihe an unterhaltsamen Büchern verfasst, die sich mit Werken von Literaturgrößen wie Heinrich von Kleist, Thomas Mann, Heimito von Doderer oder Franz Kafka beschäftigen. Dabei geht er in den Texten akribisch auf Suche nach Absonderlichkeiten und Ungereimtheiten. In „Das violette Hündchen“ widmet Maar seine Aufmerksamkeit den Details in großen Epen. Mit Nabokovs „Lolita“ geht es los, über Charles Dickens’ „Bleak House“ oder Jane Austens „Mansfield Park“ und den Kolonialismus geht es im herrlich beschwingten Ritt zu Tolkien und Bram Stoker und schließlich über Graham Greene in die Gegenwart, zu Jonathan Franzen oder Daniel Kehlmann. Maars literarische Vorlieben sind breit gefächert. Ein intelligenter Spaß.ULF

Michael Maar:

„Das violette Hündchen“.
Rowohlt Verlag, 592 Seiten; 34 Euro.


★★★★★ Hervorragend

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